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Ofcom: UK wird eine Streamer-Nation

Der britischen Regulierungsbehörde Ofcom zufolge verfügen UK-Haushalte mittlerweile über insgesamt 19,1 Mio. Abos für Streamingdienste.

07.08.2019 17:31 • von Jörg Rumbucher

"Die Art und Weise, wie wir fernsehen, verändert sich schneller als je zuvor. Innerhalb von sieben Jahren haben sich Streaming-Dienste von Null in fast der Hälfte der britischen Haushalte verbreitet." So lautet das dramatische Fazit von Yih-Choung Teh, Strategy and Research Group Director der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom, zu aktuellen Daten über Mediennutzung in Großbritannien.

Aus dem am 7. August veröffentlichten "Media Nations Report 2019" der Ofcom geht hervor, dass die Zahl der UK-Haushalte mit einem Streaming-Abo für Services wie Netflix, Amazon Prime Video oder Now TV von 11,2 Mio. in 2018 auf 13,3 Mio. in 2019 angewachsen sei. Da in einigen Haushalten mehr als ein Vertrag abgeschlossen wurde, habe die Gesamtzahl aller Digitalabos in 2018 von 15,6 auf 19,1 Mio. zugelegt. Die veränderten Sehgewohnheiten würden dazu führen, dass weniger traditionelles Fernsehen eine Rolle spiele.

So würden Mediennutzer aktuell 50 Minuten pro Tag weniger klassisches TV nutzen als noch im Jahr 2010. Absolut betrachtet, entfällt jedoch die meiste Nutzungszeit nach wie vor auf lineares Fernsehen, nämlich durchschnittlich drei Stunden und zwölf Minuten pro Tag. Dem gegenüber stieg die Zeit für Streamingdienste zwar zuletzt um sieben Minuten, aber die Gesamtnutzungszeit betrage im Durchschnitt nur 26 Minuten. Ein Teil der jetzigen Streamingdienst-Nutzer könne sich vorstellen, in den nächsten fünf Jahren auf die Angebote frei zugänglicher Fernsehveranstalter (BBC, iTV, Channel 4 etc.) zu verzichten. Im Gegensatz dazu sind Ofcom zufolge etwa drei Viertel der britischen Zuschauer mit BBC & Co. "ziemlich" oder "sehr" zufrieden.

Interessant auch: Die Public Service Broadcaster zeigten 2018 auf ihren Kanälen mehr als 32.000 Stunden Originalproduktionen, also in UK hergestellte Inhalte. Dem stehen nur 221 Stunden von Streamingdiensten gegenüber, da die meisten Programmstunden auf US-Content entfallen.