Kino

Nach enttäuschendem Quartal: Disney legt Strategie für Fox fest

Nachdem Twentieth Century Fox dem neuen Eigentümer Disney in dessen zurückliegendem dritten Quartal kräftige Verluste eingebracht hat, steckte CEO und Chairman im Rahmen einer Telefonkonferenz zu den heute veröffentlichten Zahlen die Marschroute für das künftige Disney-Label ab.

07.08.2019 13:39 • von Jochen Müller
Auf "X-Men: Dark Phoenix" musste Twentieth Century Fox Abschreibungen vornehmen (Bild: Twentieth Century Fox)

Twentieth Century Fox wird künftig wie Marvel, Pixar, Lucasfilm oder Disney Animation als Label von Disney operieren. Das erklärte Disney-Chairman und -CEO Robert Iger nach Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Fiskaljahres in einer Telefonkonferenz. Fox hatte Disney im zurückliegenden Quartal einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe eingebracht, nachdem Titel wie X-Men: Dark Phoenix", der bei reinen Produktionskosten von 200 Mio. Dollar weltweit nur gut 250 Mio. Dollar eingespielt hat und auch die Actionkomödie Stuber" mit einem weltweiten Einspiel von gerade einmal 30 Mio. Dollar am Boxoffice enttäuscht hat.

"Die Performance von Fox was weit unter dem Niveau, auf dem sie bisher war und weit unter dem, was wir uns erhofft hatten, als wir das Studio übernommen hatten", so Iger.

Aus gut unterrichteten Quellen will der "Hollywood Reporter" erfahren haben, dass unter dem Label Fox, das von Emma Watts geleitet werden wird (wir berichteten), künftig gut zehn Filme pro Jahr entstehen sollen, die zur Hälfte über Disney+ oder Hulu, das sich seit Mitte Mai vollständig in der Hand von Disney befindet, ausgewertet werden.

Geplant sind neben der Fortführung von Franchises wie "Avatar; "Planet der Affen" und "Kingsman" Filme wie "Le Mans 66 - Gegen jede Chance", der noch im Herbst 2019 starten wird, und Free Guy", eine Komödie mit Ryan Reynolds in der Hauptrolle, die für einen Start im Juli 2020 eingeplant ist.

Iger betonte, dass es möglicherweise ein bis zwei Jahre dauern werde, bis man Einfluss auf die Filme, die sich in Produktion befänden, nehmen könnte und es bei denen im Entwicklungsstadium noch länger dauern könne. "Wir sind sicher, dass wir das Blatt bei der Fox wenden können und sie werden die Ergebnisse in ein paar Jahren sehen", so Iger im Rahmen der Telefonkonferenz.

Der letzte große Erfolg der Fox war Bohemian Rhapsody" gewesen, der - noch vor der Übernahme durch Disney - weltweit gut 900 Mio. Dollar in die Kassen des Studios spülte.