Kino

Disney bleibt hinter Erwartungen zurück

Im dritten Quartal des laufenden Fiskaljahres hat der Disney-Konzern die Erwartungen der Wall-Street-Analysten verfehlt. Im nachbörslichen Handel wirkte sich das auch gleich auf den Aktienkurs aus.

07.08.2019 11:10 • von Jochen Müller
Disneys Studiosparte profitierte im zurückliegenden Quartal vor allem vom erfolgreichsten Titel aller Zeiten, "Avengers: Endgame" (Bild: Walt Disney)

Mit einem Umsatzanstieg um 33 Prozent hat vor allem die Studiosparte von Disney im zurückliegenden dritten Quartal des laufenden Fiskaljahres dafür gesorgt, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ebenfalls um 33 Prozent anstieg. Jedoch lag er mit 20,245 Mrd. Dollar unter den von Wall-Street-Analysten prognostizierten 21,4 Mrd. Dollar. Das Gleiche gilt auch für den Gewinn pro Aktie der auf einer vergleichbaren Basis wie im Vorjahr um 28 Prozent auf 1,35 Dollar zurück ging; hier hatten die Fachleute von der New Yorker Börse mit 1,74 Dollar gerechnet. Auf den nachbörslichen Kurs der Disneyhaktie wirkte sich das auch gleich aus; er ging um vier Prozent zurück.

Disneys Studiosparte profitierte im zurückliegenden Quartal vom erfolgreichsten Film aller Zeiten, Avengers: Endgame", aber auch den Kinoerlösen von Filmen wie Toy Story: Alles hört auf kein Kommando", Captain Marvel" und "Aladdin" und steigerte ihren Quartalsumsatz um 33 Prozent auf 3,836 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn lag mit 792 Mio. Dollar um 13 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums. In sämtlichen anderen Bereichen musste die Studiosparte von Disney Umsatzeinbußen hinnehmen. Bei 21st Century Fox war dies bedingt durch die mäßige Boxoffice-Performance von X-Men: Dark Phoenix", die sogar zu Abschreibungen geführt hatte, der Fall, im Bereich TV-/SVoD-Distribution konnte man an die Vorjahreszahlen mit Titeln wie Star Wars: Die letzten Jedi" und Thor: Tag der Entscheidung" nicht heran kommen und im Home-Entertainment-Sektor reichten die Verkaufszahlen von Filmen wie "Captain Marvel" nicht an die von Black Panther" im Vorjahresquartal heran.

Disneys Media Networks erzielten im zurückliegenden Quartal einen Umsatz von 6,713 Mrd. Dollar; ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der operative Gewinn stieg um sieben Prozent auf 2,136 Mrd. Dollar an. Dabei erzielte die Kabelsparte sowohl beim Umsatz (4,464 Mrd. Dollar) als auch beim operativen Gewinn (1,637 Mrd. Dollar) jeweils zweistellige Zuwächse von 24 bzw. 15 Prozent. Diesen Anstieg führt der Disney-Konzern vor allem auf die Konsolidierung der 21st-Century-Fox-Sender wie FX und National Geographic sowie ein Plus bei den Werbeeinahmen bei ESPN zurück. Die Sendersparte von Disney konnte ihren Quartalsumsatz zwar um 16 Prozent auf 2,249 Mrd. Dollar steigern, büßte beim operativen Gewinn (307 Mio. Dollar) vor allem aufgrund rückläufiger Werbeeinahmen und Verkaufserlöse bei ABC im Quartalsvergleich 17 Prozent ein.

"Unser drittes Quartal spiegelt unsere Bemühungen wider, die Unternehmensteile von 21st Century Fox zu integrieren und die Transformation voranzutreiben. Ich möchte den Walt Disney Studios dazu gratulieren, dass sie die Acht-Mrd.-Dollar-Marke am weltweiten Boxoffice dank der hervorragenden Performance der Filme von Marvel, Pixar und Disney erreicht haben - ein Rekordwert für die gesamte Branche. Durch die unglaubliche Popularität der Marken und Franchises von Disney haben wir uns für den Start von Disney+ gut positioniert und die Ergänzung um die originären und Library-Inhalte von Fox wird unsere Angebot für die Konsumenten nur noch stärken", erklärte Disney-Chairman und -CEO Robert Iger bei der Bekanntgabe der Quartals- und Neun-Monats-Zahlen.

In den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres erzielte Disney einen Umsatz von 50,47 Mrd. Dollar; ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn ging im gleichen Zeitraum um acht Prozent auf 11,432 Mrd. Dollar zurück.