Kino

"Wir dürfen nicht stehen bleiben!"

Der neu konstituierte Hauptausschuss des HDF Kino hat bei seiner heutigen Sitzung am Rande der Filmmesse Christine Berg erwartungsgemäß als neue Vorstandsvorsitzende bestätigt. Thomas Negele wurde in Köln nicht nur zum Ehrenvorsitzenden ernannt, sondern auf der großen Leinwand mit einer augenzwinkernden Hommage verabschiedet.

06.08.2019 16:00 • von Marc Mensch
Mit Christine Berg an der Spitze widmet sich der HDF neuen (und alten) Herausforderungen (Bild: HDF Kino)

Es war natürlich nur Formsache: Christine Berg ist als neue Vorstandsvorsitzende des HDF Kino formell vom neu konstituierten Hauptausschuss bestätigt worden. Berg, die über jahrzehntelange Erfahrung in der Filmbranche verfügt und zum Kinoverband von der FFA wechselt, wo sie als stellvertretender Vorstand fungiert hatte, freut sich auf die kommenden Herausforderungen - und sieht den HDF nicht zuletzt aufgrund der Vielfalt seiner Mitglieder als optimale Plattform, um diese anzunehmen. "In Zeiten, in denen sich die Filmlandschaft rasant verändert, dürfen wir nicht stehen bleiben, sondern müssen tatkräftig an einer erfolgreichen Zukunft für das Kino mitwirken", so Berg, die drei Kernbereiche skizzierte, die man auf Verbandsebene angehen wolle: "Eine starke Vernetzung - sowohl innerhalb des Verbandes, als auch zu unseren Branchenpartnern und ganz besonders hin zur Politik. Attraktive Auftritte in der Öffentlichkeit - etwa über Maßnahmen wie das Kinofest oder eine publikumsaffinere Vergabe unserer Goldenen Leinwände. Und drittens, die Ausgestaltung des Zukunftsprogramm Kino."

Mit Blick auf dieses Förderprogramm, für das die Bundesregierung im kommenden Jahr 15 Mio. Euro in den Haushalt eingestellt hat (plus der ursprünglich für das Soforthilfeprogramm vorgesehenen zwei Mio. Euro, auf die die BKM dank der Mittel aus dem BMEL nicht zugreifen musste), verband Berg ihre Freude und Dankbarkeit über das bisherige Engagement mit dem Hinweis, dass man noch mehr benötige, um die Kinos wirklich zukunftssicher aufzustellen - 30 Mio. Euro. "Gemeinsam mit der Unterstützung der Kinobetreiber*innen werden wir daher unsere Gespräche mit der Politik zügig fortführen", so Berg.

Ihr Vorgänger an der Spitze des HDF Kino wurde nach über 14-jähriger Tätigkeit für den Verband zu dessen Ehrenvorsitzenden ernannt. Zugleich wurde Thomas Negele noch eine besondere Ehrung zuteil: Im Filmmesse-Programm bereits als "Überraschung" angekündigt, wurde Negeles Wirken für die deutschen Kinos mit einem augenzwinkernden Einspieler gewürdigt, der bei allem Humor aber auch sehr klar machte, wie entscheidend die politischen Verbindungen Negeles nicht zuletzt für die Aufstellung des Zukunftsprogramms waren. Denn neben langjährigen Weggefährten aus der Branche hatten sich auch Bayerns Digital- (und damit Film-)Ministerin Judith Gerlach und die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Gitta Connemann, Zeit für hochverdientes Lob genommen. Und eine Goldene Ehrenleinwand - erst die 26., die vergeben wurde, gab es zum Abschied noch obendrauf.

Wobei: Was heißt eigentlich Abschied? Um es mit den Worten eines (gekonnt reimenden) Kim Ludolf Koch zu sagen: "An der Spitze der SPIO erwartet ihn jetzt genauso viel Arbeit - nur ohne Kohle." An letzterem soll das Engagement jedenfalls nicht scheitern: "Ich werde auch bei der SPIO mein Bestes geben - im Sinne aller!", versprach Negele.