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Ehemaliger ORF-Intendant Gerhard Weis verstorben

Der ehemalige ORF-Intendant Gerhard Weis ist im Alter von 80 Jahren verstorben.

30.07.2019 11:30 • von Jochen Müller
80-jährig verstorben: der ehemalige ORF-Intendant Gerhard Weis (Bild: ORF)

Bereits am vergangenen Freitag ist der ehemalige ORF-Intendant Gerhard Weis nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren verstorben.

Der am 1. Oktober 1938 in Wien-Brittgenau geborene Weis war 1967 zum ORF gekommen, wo er zunächst als innenpolitischer Redakteur tätig war und später das Ressort Innenpolitik leitete. Von 1974 bis 1978 fungierte als Intendant für das erste Fernsehprogramm des ORF und war in der Folge maßgeblich an der Gründung von 3sat beteiligt. Ab Oktober 1994 war Gerhard Weis als Hörfunkintendant des ORF tätig und wurde 1998 zum Generalintendanten gewählt. In seiner bis 2001 dauernden Amtszeit konnte das öffentlich-rechtliche Profil des ORF durch den Ausbau von Information, Wissenschaft und Kultur gestärkt werden. Die TV-Marktanteile konnten gehalten werden, die Marktanteile im Radio blieben trotz privater Konkurrenz auf hohem Niveau. Bis zuletzt fungierte Gerhard Weis als Vorsitzender des Kulturbeirats von ORF III Kultur und Information.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zeigte sich von Weis` Tod tief betroffen und würdigte die Verdienste des Verstorbenen: "Gerhard Weis war einer der großen Architekten eines modernen, vielfältigen und relevanten ORF. Er hat nicht nur die Regionalisierung und 'Verösterreicherung' vorangetrieben, sondern den ORF auch als Fenster zur Welt etwa mit der Teilnahme an 3sat aufgebaut. Er hat Info-, Kultur- und Wissenschaftssäulen errichtet, auf denen das ORF-Programm heutzutage noch ruht. Und er hat in einer Zeit der schnell wachsenden Konkurrenz die Grundsteine für die erfolgreiche Flottenstrategie des Unternehmens gelegt. Ohne Gerhard Weis wäre der ORF heute nicht einer der erfolgreichsten öffentlich-rechtlichen Sender Europas. Er war ein Kämpfer für einen starken ORF und hat sich immer aufrecht für zukunftsorientierte Rahmenbedingungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit voller Energie eingesetzt. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie."