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Town.ag-Betreiber zu Freiheitsstrafen verurteilt

Wie die GVU bekannt gab, endete ein Prozess vor dem LG Dresden gegen die Verantwortlichen hinter den Usenet-Portalseiten Town.ag, Usenet-Town.com und NFO-Underground.xxx mit Verurteilungen und Haftstrafen.

12.07.2019 14:47 • von Marc Mensch
- (Bild: Fotolia)

Im Prozess um den Betrieb der Usenet-Portalseiten Town.ag, Usenet-Town.com und NFO-Underground.xxx hat das Landgericht Dresden am Dienstag zwei Männer verurteilt, die 2017 im Zuge einer konzertierten Aktion festgenommen worden waren. Gegen den Hauptangeklagten Gerrit G. verhängte das Gericht laut GVU demnach wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten. Gerrit G. habe demnach die Idee zu Town.ag entwickelt, die er mithilfe mehrerer Mittäter umsetzte. Einer von diesen ist der zweite Verurteilte in diesem Prozess. Nach Angaben der GVU war Matthias E. für die technische Seite (u.a. die Serverwartung) des lukrativen Portalbetriebs zuständig, stellte aber auch selbst urheberrechtlich geschütztes Material auf Town.ag zur Verfügung. Er wurde zu einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Prozess war eine Folge umfangreicher Ermittlungen, die die GVU seit 2015 gegen die deutsche Usenet-Szene angestellt hatte. Demnach hätten monatlich rund 4,5 Mio. Besucher das illegale Angebot diverser Usenet-Portalseiten genutzt, um sich dort urheberrechtlich geschützte Filme, Serien, Spiele und E-Books herunterzuladen. Hinter den Portalen standen zwei eigens eingerichtete Usenet-Provider, die als Teil des kriminellen Netzwerks für die Finanzierung sorgten. Schon 2015 hatte die GVU Strafantrag gegen verschiedene Portal-Betreiber.

Im November 2017 kam es schließlich zu einer konzertierten Durchsuchungsaktion in mehreren Ländern: In Deutschland, Kanada, San Marino und Spanien schlugen Polizei und Staatsanwaltschaft laut GVU zu. 20 Usenet-Portale hätten unmittelbar darauf ihren Betrieb eingestellt - und seien bis heute offline. Das jetzt abgeschlossene Strafverfahren wurde von der GVU nach deren Angaben durch Auswertungen und Analysen bis zum Ende unterstützt, weitere Verfahren laufen. Der HDF Kino begrüßte die am Dienstag gefällten Urteile ausdrücklich.