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Springer-Empfehlung: Aktionäre sollen KKR-Angebot annehmen

Vorstand und Aufsichtsrat der Axel Springer SE haben ihren Aktionären in einer gemeinsamen Stellungnahme empfohlen, das Angebot des Finanzinvestors KKR zur Übernahme ihrer Anteile anzunehmen.

12.07.2019 13:20 • von Jochen Müller
Ralph Büchi, Aufsichtsratsvorsitzender der Axel Springer SE (Bild: Axel Springer SE)

"Nach sorgfältiger und gründlicher Überprüfung empfehlen sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat den Aktionären, das Angebot anzunehmen. Es ermöglicht ihnen, eine überaus attraktive Prämie von 39,7 Prozent auf den unbeeinflussten Aktienkurs zu realisieren. Aktionäre, die das Angebot annehmen, können einen erheblichen Anteil des angestrebten langfristigen Werts sofort und im Voraus realisieren", wird Ralph Büchi, Aufsichtsratsvorsitzender der Axel Springer SE, in einer gemeinsamen Stellungnahme von Aufsichtsrat und Konzernvorstand zum im Juli durch die vom US-Finanzinvestor KKR kontrollierte Gesellschaft Traviata II S.à.r.l. vorgelegten Übernahmeangebot zitiert.

Demnach soll den Springer-Aktionären für ihre Anteile jeweils 63 Euro bezahlt werden. Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Friede Springer und der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner hatten mit dem Investor vereinbart, ihre Anteile in Höhe von 42,6 bzw. 2,8 Prozent behalten zu wollen (wir berichteten); sie waren jetzt auch nicht an der Beschlussfassung von Aufsichtsrat und Vorstand beteiligt.

Die Frist zur Annahme des Übernahmeangebots an die Springer-Aktionäre läuft noch bis 2. August, 24 Uhr. Erfolgreich sei die Übernahme ab einer Mindestannahmequote von 20 Prozent, so eine Springer-Mitteilung.

Finanzvorstand Julian Deutz skizziert die Möglichkeiten nach der erfolgten Übernahme: "In den kommenden Jahren werden wir erheblich in Mitarbeiter, Produkte, Marken und Technologie investieren. Mit KKR als finanziellem und strategischem Partner werden wir in der Lage sein, diese Pläne mit langfristigem Fokus auf Wachstum und Profitabilität voranzutreiben."

Neben der mehrheitlichen Übernahme von Springer plant KKR derzeit in Deutschland ein unabhängiges Filmunternehmen unter der Führung von CEO Fred Kogel, unter dessen Dach die Tele München Gruppe, Universum Film, i&u TV und Wiedemann & Berg Film zusammengefasst werden sollen.