TV

Ulrich Wilhelm: "Wir brauchen einen möglichst breiten Auftrag"

Im Sommerinterview mit den Kollegen von Meedia äußerte sich der ARD-Vorsitzende u.a. zu Themen wie den Telemedienauftrag und die Diskussion über eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

11.07.2019 16:20 • von Jochen Müller
Ulrich Wilhelm, ARD-Vorsitzender (Bild: ARD)

"Wir können nicht in eine Nische", erklärte der ARD-Vorsitzende und BR-Intendant Ulrich Wilhelm im großen Sommerinterview mit den Kollegen von Meedia auf die Frage, ob der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks noch zeitgemäß sei. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse sehr viele Interessensgebiete abdecken. Jede "Verengung" nur auf Kultur, Bildung oder Information sei "zu eng gedacht". "Wir brauen einen möglichst breiten Auftag unter Einbeziehung zu Unterhaltung und Sport", so Wilhelm.

Auch das Thema Rundfunkbeitrag wurde in dem Meedia-Sommerinterview mit Ulrich Wilhelm angesprochen. Medienberichten zufolge hatten ARD, ZDF und Deutschlandfunk für die kommende, vier Jahre dauernde Gebührenperiode ab 2021 zusätzlich drei Mrd. Euro gefordert. Eine Zahl, die Wilhelm selbst als "Teuerungsausgleich" bezeichnet hatte. In dem Gespräch nannte Wilhelm hier tariflich festgelegte Lohnerhöhungen für die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und steigende Kosten für Sport- und Urheberrechte generell. Dem setze man durch technologischen Fortschritt und Synergiemöglichkeiten mit dem ZDF sinkende Produktionskosten entgegen. Daraus ergebe sich dann ein Saldo, den man der KEF als Grundlage für deren Empfehlung an die MinisterpräsidentInnen der Länder weiterreiche. In diesem Zusammenhang machte sich Wilhelm auch noch einmal für das umstrittene Indexmodell stark, das eine Koppelung des Rundfunkbeitrags an den Verbraucherindex vorsieht, was eine regelmäßige automatische Erhöhung des Rundfunkbeitrags zur Folge hätte. Den Kritikern dieses Modells setzte Wilhelm entgegen, dass der Haushalt, der für die Programme zur Verfügung stehe, aktuell - gegengerechnet gegen die Kaufkraft - rückläufig sei.

Zum Meedia-Sommerinterview mit Ulrich Wilhelm