Kino

Bayern feiert das Filmschaffen

Mehr als 700 Gäste kamen zum traditionellen FFF-Empfang beim Filmfest München auf der Praterinsel zusammen - und durften sich dort der nachhaltigen Unterstützung durch die Politik versichern lassen.

05.07.2019 16:14 • von Marc Mensch
Staatsministerin Judith Gerlach und FFF-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein im Kreise des Teams der Webserie "Fett und Fett": Autor und Hauptdarsteller Jakob Schreier, die Darstellerinnen Isabella Wolf und Katrin Röver, Autorin und Regisseurin Chiara Grabmayr, Kameramann Johannes Brugger sowie die Produzenten David Armati Lechner und Trini Götze (Bild: FFF Bayern/Kurt Krieger)

Manchmal muss man wirklich nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ob Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nun ein "Cineast" ist, wie er selbst sagt, oder vielleicht nur ein "Filmfan", wie es ihm die eine oder andere Feuilletonistin angesichts seiner filmischen Präferenzen vielleicht gerade noch zähneknirschend zugesteht, ist nun wirklich eine Frage, die nur bedingt der Diskussion bedarf - zumal dann, wenn man es angesichts seiner Bereitschaft tut, weitere Mittel in ein Festival zu stecken, dass nun wirklich nicht im Ruf steht, nicht den Cineasten zu huldigen. Dass dabei nicht nur der Film im engeren Sinne profitieren soll, sondern auch andere mediale Ausdrucksformen, ist nur konsequent - und entspricht im übrigen einer Linie, der sich das Filmfest München auch schon in den Jahren verschrieben hatte, bevor es mit der dreitägigen Reihe "Virtual Worlds" noch ein wenig weiter über den Tellerrand blickte, als zuvor schon üblich.

An der Unterstützung der Filmbranche durch die bayerische Landesregierung kann jedenfalls kein Zweifel bestehen - und auch wenn anlässlich des FFF-Empfangs zum Filmfest anders als bei so vielen Terminen in den vergangenen Jahren nicht schon wieder neuerliche Wohltaten aus dem Steuerfüllhorn angekündigt wurden, darf man doch am Rande erwähnen, dass Bayern (anders als andere Bundesländer) bereits signalisiert haben soll, seinen Kofinanzierungsbeitrag zum Zukunftsprogramm Kino leisten zu wollen.

Rückblickend konnte FFF-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein, die ihr Amt vor rund einem Jahr angetreten hatte, jedenfalls erneut mit Stolz (und in Richtung der Politik mit Dankbarkeit) auf eine Geamtfördersumme von fast 37 Mio. Euro verweisen, die der FFF Bayern 2018 bewilligen konnte. Darauf - und auf die Erfolge, die der FFF Bayern damit erzielt habe. So seien unter anderem neun der zehn deutschen Top-Kinofilme des vergangenen Jahres mit Förderung des FFF entstanden. Filme auf den Weg zu bringen, die das Potenzial besitzen, ein großes Publikum erreichen, würde schon der verantwortungsvolle Umgang mit Steuergeldern vorschreiben. Und doch werde das natürlich auch in Zukunft nicht zum alleinigen Kriterium. Zum einen schon deshalb nicht, weil künstlerischer und inhaltlicher Anspruch sowie kreative Freiheit keinesfalls im Widerspruch zur Publikumstauglichkeit stünden. Zum anderen aber auch, "weil Experimente möglich sein müssen!", so Erpenstein. So mancher Film, dem ein großes Publikum versagt geblieben sei, habe auf andere Weise gewirkt, habe Debatten angestoßen, neue Sichtweisen eröffnet.

Erpenstein nutzte die Gelegenheit natürlich auch, um in Anwesenheit etlicher hochrangiger Vertreter aus Branche und Politik ihrem Team zu danken - insbesondere Gabriele Pfennigsdorf und Nikolaus Prediger als veritablen "Säulen" ihrer Institution. Ihnen wurde - auch im Bewusstsein, dass sich ihre lange und verdienstvolle Tätigkeit für den FFF Bayern langsam dem Ende zuneigt - minutenlanger Applaus zuteil.

Dank an das FFF-Team sprach auch Digitalministerin Judith Gerlach aus, die einmal mehr die Verbundenheit der Landesregierung mit der Medienbranche bekundete - und dabei nicht zuletzt hervorhob, auf welche enorme Resonanz die gestärkte Serienförderung gestoßen sei. Sie bezeichnete den traditionellen Branchentreff als Wertschätzung in zwei Richtungen: "für die Anerkennung der herausragenden Leistungen der Filmbranche und ihrer vielen Helfer vor und hinter der Kamera und für die Anerkennung der Förderung, die der FFF mit Unterstützung des Digitalministeriums leistet."