Kino

Der Kampf um die Kreativen

Film lebt von Talenten vor und hinter der Kamera. Nie waren Talente so begehrt wie heute. Warum sich die Situation von Schauspielern trotz Produktionsboom nur geringfügig verbessert, oftmals sogar verschlechtert, war Thema des Talent Summit 2019, zu dem die Forum Media Akademie gestern im Bankhaus Donner & Reuschel in München einlud.

05.07.2019 15:17 • von Barbara Schuster
Bernie Stampfer (IFP), Benjamina Mirnik-Voges (Entertainment One Germany), Uschi Reich (URF Filmproduktion), Sigrid Narjes (Above the Line), Philipp Stennert & Cyrill Boss (Regisseure & Headautoren DER PASS), Stephen A. Sikder (DreamTeam Munich), Julia Tanz (Forum Media) (v.l.) (Bild: Forum Media/ab-bild.de)

Warum sich die Situation von Schauspielern trotz Produktionsboom nur geringfügig verbessert, oftmals sogar verschlechtert, war Thema des Talent Summit 2019, zu dem die Forum Media Akademie im Bankhaus Donner & Reuschel in München einlud. Das hochkarätig besetzte Panel umfasste Benjamina Mirnik-Voges, Managing Director Entertainment One Germany, das Autoren- und Regieduo Cyrill Boss und Philipp Stennert, Agenturchefin Sigrid Narjes (Above the Line), die freie Produzentin Uschi Reich sowie Stephen A Sikder vom BVC sowie der Castingagentur DreamTeam Munich. Die Moderation übernahm Bernie Stampfer von International Film Partners.

Gerade die langen Optionsverpflichtungen bei Serienprojekten bereiten etwa Sigrid Narjes Sorgen. Die Bindung von Kreativen an Produktionshäuser bzw. Studios sind jedoch längst Gang und Gäbe. Vom "Kampf um Talent" hört und liest man immer wieder. Benjamina Mirnik-Voges unterstrich, dass Entertainment One weltweit klar auf Talente und deren Bindung setze. Durch die enge Verzahnung von Distribution und Produktion sei eOne ein hochkarätiger Player, der ebenfalls versuchen werde, Talente exklusiv zu binden. Auf die Frage, ob sie sich exklusiv unter Vertrag nehmen lassen würden, haben Cyrill Boss und Philipp Stennert zumindest nicht sofort abgewunken. Sie betonten allerdings, dass Agenten dennoch unverzichtbare Partner der Talente blieben. Beim Thema Bezahlung machte sich Uschi Reich vor allem für die Autorinnen und Autoren stark. Ihrer Meinung nach würden Sender und Förderungen gleichermaßen zu wenig Gelder für die Entwicklung zur Verfügung stellen. Beim Wunsch nach "Mut zu scheitern" waren sich alle Panelisten einig. Auch fertig finanzierte Entwicklungen sollten nicht realisiert werden, wenn nicht alle Beteiligten vom Projekt überzeugt seien.