Kino

Meinolf und Anja Thies übernehmen ehemaliges CineStar Osnabrück

Das zum 23. Juni geschlossene CineStar Osnabrück hat neue Betreiber gefunden - und wird unter Leitung von Meinolf und Anja Thies zur zweiten "Hall of Fame". Diese soll sich beim "Look & Feel" klar von der Filmpassage Osnabrück abheben.

01.07.2019 18:25 • von Marc Mensch
Anja und Meinolf Thies (Bild: Consulthies)

Für ihren Kinoneubau in Kamp-Lintfort hatten Anja und Meinolf Thies schon Anfang des vergangenen Jahres einen außergewöhnlichen, einen einzigartigen Namen gefunden: "Hall of Fame". Nun, einzigartig bleibt der Name nicht mehr länger, soll er doch spätestens zum Weihnachtsgeschäft ein Multiplex in Osnabrück zieren. Denn das Ehepaar, das in dieser Stadt bereits die Filmpassage betreibt, hat das ehemalige CineStar Osnabrück übernommen, das zum 23. Juni geschlossen wurde (wir berichteten). Nach einer fünf- bis sechsmonatigen Schließungszeit und umfangreichen Modernisierungen soll das Haus dann als "völlig neues Kino" präsentiert werden. Auch wenn das Multiplex gegenüber dem Hauptbahnhof technisch ebenso modern ausgestattet werden soll wie die Filmpassage, will man sich beim "Look & Feel" doch ganz klar von der Filmpassage abgrenzen.

"Die Filmpassage wird von den jüngeren Gästen und den Studenten geliebt, weil sie auf ihre Art etwas verrückter ist", erläutert Geschäftsführerin Anja Thies. "Genau das wollten wir erreichen, als wir hier in Osnabrück im Mai 2012 angetreten sind." Die Hall of Fame solle auch Kino für jedermann bieten - "aber deutlich exklusiver", wie Meinolf Thies ausführt. Unter anderem wolle man die grundsätzlich eigentlich nicht so beliebten vorderen Reihen mit sogenannten Chaise-Lounge-Sesseln besonders exklusiv gestalten, wobei jeweils im gesamten Saal Komfortbestuhlung vorgesehen sei. Dabei wolle man zwar "etwas Besonderes entstehen lassen", dafür aber keine sprichwörtlichen "Mondpreise" verlangen. Schon jetzt kündigt man einige "Überraschungen" an, zu denen man unter anderem über ein Bautagebuch auch häppchenweise Neuigkeiten liefern wolle, wenn es in den Endspurt gehe. Ein kluger Schachzug, hält man die (potenziellen) Gäste doch so bis zur Neueröffnung bei der Stange.

Mit künftig zwei Kinos versprechen Meinolf und Anja Thies, besonderen Wert auf Vielfalt zu legen, die Mainstream ebenso bedient wie Arthouse und auch filmischen Exoten und Sonderreihen Raum biete. Ideen dürften die beiden über die Jahre jedenfalls genug gesammelt haben, denn tatsächlich habe man dem einstigen Gebäudeeigentümer schon vor rund viereinhalb Jahren ein Konzept vorgelegt, das schon damals positiv aufgenommen worden sei. Nun freue man sich auf die Zusammenarbeit mit der Bark Retail Osnabrück GmbH. Dort will man übrigens auf die Äußerungen von CineStar im Vorfeld der Schließung nicht mehr weiter eingehen, der Blick sei vielmehr nach vorne gerichtet. "Im Sinne der anderen Mieter und der Osnabrücker ist jetzt die beste Entscheidung getroffen worden", erklärte Flemming Pallesen als Vertreter der Eigentümergesellschaft.