Produktion

"Das Geld bleibt!"

Bahnbrechende förderpolitische Neuigkeiten hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters als Ehrengast des diesjährigen Produzentenfestes zwar nicht mitgebracht. Aber manchmal ist ja schon eine Bestätigung ein positives Signal.

26.06.2019 18:25 • von Marc Mensch
Kulturstaatsministerin Monika Grütters MdB und die Berliner Bürgermeisterin und Senatorin Ramona Pop mit dem Vorsitzenden der Produzentenallianz Alexander Thies (Bild: Thomas Kierok)

Eines vorab: Wenn Kulturstaatsministerin Monika Grütters beim Sommerfest der Produzentenallianz erneut darauf verwies, dass man "ernsthaft darüber reden müsse, weshalb die Kinokassen so leer wie die Fördertöpfe voll seien", kann man nur hoffen, dass sie etwas Grundlegendes mittlerweile verstanden hat: Fördergelder, die aufgrund zu hoher Hürden oder wegen eines nicht konkurrenzfähigen (und im Ausland als unzuverlässig wahrgenommenen) Systems nicht abgerufen wurden bzw. abgerufen werden konnten, können natürlich ebensowenig Niederschlag auf der Leinwand gefunden haben, wie Projekte, die noch gar nicht gestartet sind. Und darüber, dass es einer gewissen Ironie nicht entbehrt, sich über mangelnden kommerziellen Erfolg einer verfünffachten kulturellen Filmförderung des Bundes zu mokieren, die sich genau diesen explizit nicht zum Ziel setzt, haben wir uns ja bereits ausführlich gewidmet. Am grundsätzlichen Ziel, zusehen zu wollen, wie man es "besser machen" könne, gibt es indes natürlich ebensowenig auszusetzen wie an Grütters Zusage: "Das Geld bleibt!". Was ja insbesondere beim nicht gerade auf rasende Resonanz stoßenden DFFF II mitunter schon bezweifelt wurde. Insofern eine zwar sehr knappe, aber doch nicht gänzlich uninteressante Rede, die Grütters vor zahlreichen hochrangigen Vertretern der Film- und Fernsehwirtschaft im Tipi am Kanzleramt als neuem Veranstaltungsort hielt.

Auch einen zweiten Ehrengast konnte der Produzentenallianz-Vorsitzende Alexander Thies, der eingangs an die verstorbene Hannelore Elsner erinnert hatte, bei strahlendem Sonnenschein begrüßen: die Berliner Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, die zum ersten Mal zu einem Produzentenfest gekommen war. Sie hob in ihrer Ansprache vor allem die "ausgezeichneten Produktionsbedingungen" hervor, die die die Film- und Fernsehbranche an einem der traditionsreichsten Filmstandorte weltweit vorfänden. Auch die Produzenten seien in Berlin "am richtigen Ort zur richtige Zeit", denn täglich wachse die Stadt im Schnitt um 500 Einwohner, täglich würden fünf neue Unternehmen in der Hauptstadt gegründet. Pop verschrieb sich dabei insbesondere Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Das Wort alleine sei schon "unsexy".