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KKR vor Einstieg bei Springer

Der US-Finanzinvestor KKR plant nicht nur die Gründung eines unabhängigen Filmunternehmens in Deutschland, sondern auch die mehrheitliche Übernahme des Axel Springer Verlags. Friede Springer und der Vorstandsvorsitzende Matthias Döpfner haben mit dem Investor jedoch vereinbart, ihre Anteile zu behalten.

12.06.2019 12:50 • von Jochen Müller
Auch nach dem Einstieg von KKR bleibt Mathias Döpfner Vorstandsvorsitzender bei Springer (Bild: Axel Springer SE)

Über die von ihm kontrollierte Holdinggesellschaft Traviata II S.à.r.l. hat der US-Finanzinvestor KKR jetzt den Aktionären der Axel Springer SE ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von 63 Euro je Aktie vorgelegt; dies entspricht einem Aufschlag von 39,7 Prozent auf den Schlusskurs der Aktie vom 29. Mai, dem Tag, bevor die Gespräche über eine strategische Investition von KKR bei Springer begonnen haben. Wie das Verlagshaus heute bekannt gab, haben Friede Springer und der Vorstandsvorsitzende Matthias Döpfner mit dem Investor vereinbart, ihre Anteile in Höhe von 42,6 Prozent bzw. 2,8 Prozent zu behalten. Weiter wurde vereinbart, dass auch künftig keine Entscheidung auf Gesellschafterebene ohne die Zustimmung von Friede Springer getroffen werden kann.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, sei die heute getroffene Vereinbarung mit KKR das Ergebnis einer im Dezember 2018 eingeleiteten "Überprüfung strategischer Optionen sowie eines sorgfältig geführten Prozesses, der vom Vorstand von Axel Springer im Zusammenhang mit der Wachstumsstrategie in die Wege geleitet wurde".

"Der Vorstand begrüßt eine mögliche Partnerschaft mit KKR, da sie für das Unternehmen eine hervorragende strategische Perspektive eröffnet. Unsere Wachstumspläne werden in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen in Mitarbeiter, Produkte, Technologie und Marken erfordern. Durch die strategische Partnerschaft mit KKR könnten wir erhebliche Wachstumschancen ergreifen, da wir uns zusätzliche finanzielle Ressourcen erschließen und uns zugleich von der reinen Fokussierung auf kurzfristige Finanzziele lösen. KKR ist ein langfristig orientierter Partner, der unser Engagement für unabhängigen Journalismus und unsere Unternehmensbestimmung, zu freien Entscheidungen beizutragen, respektiert und mitträgt", betont der Springer-Vorstandsvorsitende Matthias Döpfner, der das Unternehmen auch künftig mit seinen bisherigen Vorstandskollegen führen wird.

Neben der mehrheitlichen Übernahme von Springer plant KKR derzeit in Deutschland ein unabhängiges Filmunternehmen unter der Führung von CEO Fred Kogel, unter dessen Dach die Tele München Gruppe, Universum Film, i&u TV und Wiedemann & Berg Film zusammengefasst werden sollen.