Kino

Kein Kinofest in diesem Jahr

Am Ende fehlte es am Geld: Mit der Ablehnung eines Förderantrags durch die FFA-Kinokommission wird es in diesem Jahr nicht zu einer Durchführung des ersten bundesweiten Kinofestes kommen. Die Planungen richten sich nun voll auf 2020.

13.06.2019 11:36 • von Marc Mensch
Am Zuspurch für das Kinofest (hier Martin Turowski und Mychael Berg beim Kick-Off-Meeting in Berlin) mangelte es nicht (Bild: Forum Film)

Gut eine Woche nach der jüngsten Sitzung der FFA-Kinokommission am 5. Juni steht mit Vorlage der Förderliste nun auch offiziell fest: Der Antrag zur Förderung des ersten bundesweiten Kinofests wurde abgelehnt. Allerdings nicht, weil die Vergabejury der Idee gegenüber nicht aufgeschlossen gewesen wäre. Sondern weil es schlicht am Geld fehlte.

So können nach Darstellung der FFA die verbleibenden Mittel für die Kinoförderung die Nachfrage nicht ansatzweise abdecken. Zwei Sitzungstermine (am 12. September und 20. November) sind es noch in diesem Jahr - und schon das Antragsvolumen für die Förderrunde vom 5. Juni belief sich auf rund 5,9 Mio. Euro. Bewilligt werden konnten am Ende knapp 3,5 Mio. Euro. Wie es in der Fördermeldung der FFA heißt, regelt in solchen Situationen § 5 der Richtlinie für die Projektförderung von Kinos (D. 13) die Auswahlkriterien der Projekte. Vorrangig seien demnach Anträge auf Modernisierung und Verbesserung von Kinos zu fördern, welche nach Auskunft der FFA ebenfalls nur mit Abschlägen von 20 Prozent bewilligt werden konnten. Eine Maßnahme, die man bereits im vergangenen Jahr ergriffen hatte. "Daher konnten Projekte in anderen Kategorien diesmal leider nicht gefördert werden", heißt es seitens der FFA weiter. Nur zur vorsorglichen Klarstellung: Bei der Förderung von Beratungen, medienpädagogischen Begleitungen und dem Abspiel von Kurzfilm handelt es sich nicht um Juryentscheidungen, die den genannten Auswahlkriterien unterliegen.

Mit der Ablehnung des Förderantrags wird es in diesem Jahr leider noch nicht möglich sein, eine erste Auflage des Kinofestes durchzuführen. An der Idee soll selbstverständlich festgehalten werden - und die bis dato gesammelten Ideen sollen nun in ein Konzept für 2020 einfließen. Dass es an Anregungen und Unterstützung in der Branche nicht mangelt, hatte unlängst ein Kick-Off-Meeting in Berlin eindrucksvoll demonstriert (wir berichteten). Tatsächlich sollen die Vorbereitungen nahtlos fortgesetzt werden. So kündigte S&L im Namen der Planungsgruppe nicht nur an, dass man zur Filmmesse Köln mit einem Update aufwarten werde, sondern man lud schon für den 2. Juli am Rande des Filmfests München zu einem neuerlichen Brainstorming in die Räume von S&L.

In einer ersten Reaktion erklärte HDF-Vorstand Martin Turowski: "Zunächst einmal will ich sämtlichen Akteuren danken, die das Kinofest mit großem Einsatz vorbereitet haben. Ich bin begeistert, dass nunmehr die gesamte Branche hinter dieser Idee steht und sie auch aktiv unterstützt. Umso bedauerlicher ist es, dass in diesem Jahr keine Fördergelder mehr im FFA-Topf waren, die wir für die Durchführung dieses ambitionierten Unterfangens benötigt hätten. Aber umso mehr freue ich mich nun auf das Kinofest 2020, auf das wir ab sofort mit ganzer Energie hinarbeiten werden. Nicht zuletzt angesichts der Ideen und Anregungen, die wir in den vergangenen Wochen gesammelt haben, bin ich absolut überzeugt davon, dass wir ein echtes Ausrufezeichen für das Kino in Deutschland werden setzen können. Für alle Kinos!"