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Goldene Palme für "Parasite"

Das 72. Festival de Cannes ist Geschichte. Die Jury um Alejandro Gonzalez Inarritu sprach die Goldene Palme "Parasite" von Bong Joon-ho zu. Jessica Hausners "Little Joe" erhielt einen Preis für die beste Darstellerin.

25.05.2019 20:18 • von Thomas Schultze
Gold für "Parasite" (Bild: Festival de Cannes)

Das 72. Festival de Cannes ist Geschichte. Die Jury um Alejandro Gonzalez Inarritu musste aus 21 Filmen auswählen. Und sprach die Goldene Palme "Parasite" von Bong Joon-ho zu, der auch als einer der großen Favoriten gegolten hatte (im Kritikerspiegel von Screen International hatte er mit einem Schnitt von 3,5 Punkten am besten abgeschnitten). Damit ging der Hauptpreis des größten Filmfestivals der Welt zum zweiten Mal in Folge an einen asiatischen Film. Bong war zum zweiten Mal im Wettbewerb vertreten gewesen. Vor zwei Jahren war er mit der Netflix-Produktion "Okja" vertreten gewesen.

Der Große Preis der Jury ging an Atlantique" von der Senegalesin Mati Diop. Sie ist ie erste schwarze Regisseurin, die jemals einen Film im Wettbewerb in Cannes präsentieren konnte. Über den Preis der Jury konnten sich "Les misérables" von Ladj Ly und Bacurau" von Kleber Mendonca Filho und Juliano Dornelles freuen, die ex aequo ausgezeichnet wurden. Erstmals in der Geschichte des Festival de Cannes ging dieser Preis an zwei Filme.

Der Regiepreis wurde Jean-Pierre und Luc Dardenne zugesprochen für die Inszenierung ihres Dramas Le jeune Ahmed", der insgesamt eher verhalten aufgenommen worden war. Die Dardennes hatten zuvor bereits zweimal die Goldene Palme gewinnen können (für Rosetta" und Das Kind").

Als beste Darstellerin wurde Emily Beecham für ihre Leistung in Little Joe" von Jessica Hausner ausgezeichnet. Bester Darsteller des 72. Festival de Cannes ist Antonio Banderas, der in Leid und Herrlichkeit" von Pedro Almodóvar brillierte. Der Film war auch als Anwärter für die Goldene Palme gehandelt worden.

Den Preis für das beste Drehbuch konnte Céline Sciamma entgegennehmen für ihren gefeierten Film Portrait de la jeune fille en feu", der durchaus für höhere Weihen gehandelt worden war. Eine besondere Erwähnung erhielt zudem It Must Be Heaven" von Elia Suleiman.

Die Camera d'Or für den besten Erstlings- oder Zweitlingsfilm ging an Nuestras Madres" ("Our Mothers") von César Diaz, der in der Sémaine de la Critique gelaufen war.