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Neuer Arthouse-Kinopreis in Cannes erstmals vergeben

Unter den vielen Preisen, die zum Abschluss des Festival de Cannes verliehen werden, gibt es einen Neuzugang, der Preis der AFCAE. Er ging an Bong Joon-Hos auch von der internationalen Kritik gefeierten "Parasite".

25.05.2019 15:33 • von Thomas Schultze
Die Jury, u. a. mit Matthias Elwardt (l.), hat entschieden (Bild: Loic Thebaud)

Unter den vielen Preisen, die zum Abschluss des Festivals verliehen werden, gibt es einen Neuzugang, der Preis der AFCAE (Association Francaise des Cinemas Art & Essai). Die Auszeichnung, mit der das Festival de Cannes auch seine Unterstützung für die Auswertung von Filmen im Kino unterstreichen will, wird für einen Film aus der offiziellen Sektion vergeben, also Wettbewerb und Certain Regard. Zur fünfköpfigen internationalen Jury aus Kinobetreibern gehörte von deutscher Seite Matthias Elwardt vom Zeise Kino in Hamburg.

Unter den 39 gesichteten Produktionen entschieden sich die Kinobetreiber aus Frankreich, Deutschland, Kanada und Bulgarien für zwei Wettbewerbstitel: Der AFCAE-Award ging an Bong Joon-Hos auch von der internationalen Kritik gefeierten "Parasite". Er sei "extrem, stark, überraschend, unterhaltsam, intelligent, lustig und politisch", heißt es in der Jurybegründung, sowie "brillant in allen Bereichen, Regie, Art Direction, Drehbuch und Schauspiel". Man freue sich, diesen außergewöhnlichen Film zu spielen.

Mit einer besonderen Erwähnung wurde darüber hinaus Ladj Lys "Les Misérables" bedacht und als "kraftvolles, intensives Regiedebüt" gewürdigt, das "soziale und politische Themen von heute und morgen" angehe. In einem Statement unterstrich die Jury, dass sie ihr Publikum kenne. Ihre Mission sei es, die besten Filme der Welt in die Kinos zu bringen. Dazu hatten sich bereits im Vorfeld viele dem Arthouse-Network angeschlossene Kinos bereit erklärt. boe.