Kino

"Schwacher Jahresauftakt war vorhersehbar"

AMC hat als größte Kinokette der Welt ihre Zahlen für ein erstes Quartal vorgelegt, das insbesondere in den USA von starken Rückgängen geprägt war. Dennoch geht AMC weiter davon aus, (noch) bessere Gesamtjahresergebnisse als 2018 zu schreiben. Auch weil sich die Gruppe im Verhältnis zum Gesamtmarkt besser entwickelt habe.

09.05.2019 15:46 • von Marc Mensch
Bei AMC blickt man gelassen auf ein schwaches Quartal zurück - und investiert lieber weiter (Bild: AMC)

Ein Umsatzminus von 13,2 Prozent auf gut 1,2 Mrd. Dollar, ein Einbruch des EBITDA um rund 60 Prozent auf gut 108 Mio. Dollar und Nettoverluste in Höhe von 130,2 Mio. Dollar. Die Kennzahlen für das erste Quartal 2019 bei der weltweit größten Kinokette AMC sehen auf den ersten Blick nicht übermäßig gut aus. Doch wie schon auf der CinemaCon klar wurde, lässt sich die US-Kinoindustrie von einem durchwachsenen ersten Quartal nicht aus der Ruhe bringen. Und warum auch? Immerhin kann man mit dem April schon jetzt auf einen Rekordmonat zurückblicken.

Ganz in diesem Sinne kommentiert auch AMC-CEO Adam Aron das Zwischenergebnis - nicht ohne erneut zu betonen, dass man auf Quartalsbetrachtungen ohne wenig gebe. Was zähle, sei stets das Gesamtjahr. "Trotz des wie erwartet zähen Jahresauftakts sind wir nach wie vor enorm optimistisch was die Aussichten für AMC im Gesamtjahr anbelangt und gehen davon aus, dass wir 2019 ein höheres EBITDA erzielen werden als 2018. Obwohl wir dank einer außergewöhnlichen Filmslate hohe Erwartungen an 2019 haben, zeigt sich beim Timing der Starts doch, dass wir von einem Jahr sprechen werden, dass vor allem in den späteren Monaten auftrumpft. Grundsätzlich sah sich das erste Quartal 2019 von vornherein einem harten Vergleich ausgesetzt - immerhin war dieser Zeitraum 2018 dank "Black Panther" der zweitstärkste in der Geschichte des Kinos. Wie wir es antizpiert haben, ging das Boxoffice in den USA, unserem mit Abstand größten Markt, um ordentliche 16,2 Prozent zurück - wobei uns beruhigt, dass AMC sich weiterhin positiv vom Gesamtmarkt abhebt und im ersten Quartal nur einen Besucherrückgang von durchschnittlich 10,1 Prozent pro Leinwand zu verzeichnen hatte."

Zu den guten Nachrichten zählt laut Aron zudem, dass es (auch dank kontinuierlicher Arbeit am Speisenangebot) gelungen sei, den Durchschnittsverzehr pro Besucher auf 5,23 Dollar zu steigern, was einen neuen Quartalsrekord für AMC bedeuten würde. Erzielt worden seien solche Resultate dank eines mächtigen Gesamtpakets, dass diverse Initiativen und Modernisierungen ebenso umfasse wie die Nutzung neuer Technologien zur Kundenkommunikation.

Eine wichtige Rolle spiele auch das Kundenbindungsprogramm AMC Stubs und dort wiederum die Abo-Offerte AMC Stubs A-List, der sich mittlerweile über 785.000 Kunden angeschlossen haben. In zehn US-Staaten hat AMC den Preis für AMC Stubs A-List im ersten Quartal übrigens um zehn Prozent angehoben; in fünf weiteren um 20 Prozent. Dass sich vor allem Heavy User für die Flatrate entscheiden, liegt auf der Hand, insofern misst AMC den Erfolg auch an den Beiträgen voll bezahlender Begleitpersonen und der Concessions-Ausgaben. Und kommt bei dieser Rechnung zum Ergebnis, dass die Umsätze unter dem Strich höher liegen, als sie es ohne dass Programm wären.