Kino

Zukunftsprogramm Kino: HDF setzt auf das Parlament

Die im Eckwertebeschluss für den Bundeshaushalt 2020 aufgenommene Summe von 15 Mio. Euro für das Zukunftsprogramm Kino reicht nach Ansicht des HDF nicht aus, um die Branche zukunftssicher zu machen. Beim Verband vertraut man auf die zugesicherte Unterstützung durch die kulturpolitischen Abgeordneten der Regierungsfraktionen.

25.04.2019 14:15 • von Marc Mensch
Thomas Negele, Vorstandsvorsitzender des HDF Kino (Bild: Mike Auerbach/HDF Kino)

Es ist natürlich reiner Zufall, dass es sich um dieselbe Summe handelt. Aber ein wenig verwundern darf doch, dass die 15 Mio. Euro, um die der Bundeszuschuss für die Deutsche Welle im Jahr 2020 erhöht werden soll (auf dann 365 Mio. Euro), der BKM im März eine eigene Pressemitteilung wert war, während man den Ansatz für das Zukunftsprogramm Kino erst Wochen später und zunächst nur in Briefen an die Kinoverbände kommunizierte. Wie dem auch sei: Wie bereits berichtet, sieht der Eckwertebeschluss der Bundesregierung zum Regierungsentwurf des Bundeshaushalts für das kommende Jahr 15 Mio. Euro für jene Fördermaßnahme vor, der 2019 bekanntermaßen ein Soforthilfeprogramm aus Mitteln des Bundeslandwirtschaftsministeriums vorgeschaltet ist, das sich auf fünf Mio. Euro beläuft und sich ausschließlich an Kinos in Orten mit bis zu 25.000 Einwohnern richtet.

Damit steht erstmals eine konkrete Hausnummer für das Engagement des Bundes zur Förderung der Kinozukunft im Raum. Eine, die zuvor kolportierte Zahlen zwar deutlich übertrifft, die jedoch weniger als der Hälfte dessen entsprechen würde, was seitens des HDF an Förderbedarf skizziert wurde - dies auf Basis von Berechnungen, die die FFA laut ihrem Vorstand Peter Dinges als "überaus plausibel" bewertete.

Dementsprechend verhalten fällt auch die erste Reaktion des HDF-Vorstandsvorsitzenden auf die nun kommunizierte Summe aus: "Wir benötigen deutlich höhere Ansätze, um unsere Branche wirklich zukunftssicher zu machen", so Thomas Negele. "Alle unsere Hoffnungen liegen nun auf dem Parlament, das die Gesamtfördersumme in der Bereinigungssitzung des Haushaltplanes noch einmal substantiell anheben könnte. Die kulturpolitischen Abgeordneten der beiden Koalitionsfraktion haben uns hierbei mehrfach ihre Unterstützung zugesichert. Diese gilt es jetzt einzulösen, damit das Zukunftsprogramm Kino einen spürbaren Effekt in der Kulturlandschaft unseres Landes auslösen kann!"

Die Reaktion der AG Kino-Gilde finden Sie hier.