Kino

CinemaCon Tag 2: Universal ließ die Muskeln spielen

Wie schon im vergangenen Jahr war die Universal-Show auf der CinemaCon wieder eine Veranstaltung der Sonderklasse: Für fast alle Filme hatte man die Stars eingeflogen, aber auch die Titel selbst machten Lust auf mehr. Und dann war da noch ein großartiger Auftritt von Jennifer Hudson und die Sache mit Kevin Hart und dem Kaninchen.

03.04.2019 22:37 • von Thomas Schultze
Jede Menge Testosteron: Dwayne Johnson und Jason Statham (Bild: Matt Winkelmeyer / Getty Images for CinemaCon)

Keine Sekunde war langweilig bei der schmissigen Präsentation, mit der Universal den zweiten offiziellen Tag der CinemaCon eröffnete und die anwesenden Kinobetreiber auf das kommende Produkt einstimmte. Es war aber auch nicht schlecht, dass Studiochefin Donna Langley, die sich über bereits drei 100-Mio.-Dollar-Erfolge in diesem Jahr freuen konnte, die Veranstaltung mit einem in dieser Form nicht geskripteten Höhepunkt begann: Nachdem Illumination-Chef Chris Meledandri für seinen kommenden Sommerhit Pets 2" die beiden Sprecher Kevin Hart und Tiffany Haddish mitsamt zu ihren Rollen passenden Tieren - ein weißes Kaninchen und ein Shitsu - auf die Bühne gerufen hatte, begann das Kaninchen auf Harts Arm zu rebellieren, was den sichtlich überforderten Vollblutcomedian zu ein paar wunderbaren improvisierten Witzen bewegte, die vom Publikum mit schallendem Gelächter und viel Applaus quittiert wurde. Der Trailer war fast genau so lustig.

So ging es Schlag auf Schlag: Erfolgsproduzent Will Packer stellte seine neue Komödie Little" u. a. mit Regina Hall vor; Blumhouse-Chef Jason Blum holte für seinen kommenden Schocker Ma" Oscargewinnerin Octavia Spencer und Regisseur Tate Taylor auf die Bühne. Der nächste umjubelte Höhepunkt war darauf Yesterday", den ein gewohnt aufgekratzter Danny Boyle ("directly from Planet Brexit") vorstellte, nur um darauf die Bühne seinem für den Film entdeckten Hauptdarsteller Himesh Patel zu überlassen, der sich mit der Gitarre begleitete und eine hinreißende Version von "Yesterday" zum Besten gab. So verkauft man seine Filme! Oder eben wie Seth Rogen und Evan Goldberg, die ihre drei jungen Stars von Good Boys" auf die Bühne brachten und mit dem ebenso wunderbar obszönen wie komischen Trailer die enthusiastischste Publikumsreaktion der Show verzeichnen konnten. Schön und stimmungsvoll sieht auch die von Emma Thompson geschriebene und Paul Feig inszenierte romantische Komödie Last Christmas" mit Emilia Clarke, Henry Golding und vielen Liedern von George Michael aus. Thompson, Feig und Golding waren mit Weihnachtsmannmützen auch sehr goldig. Und gleich noch etwas Besonderes gab es in ersten Bildausschnitten zu bestaunen: Die kultisch verehrte britische Serie "Downton Abbey" ist zurück, und das auf der großen Leinand. Alle bekannten Darsteller, inklusive Maggie Smith, sind wieder mit dabei, wenn im Jahr 1927 hoher Besuch ins Haus steht. Sieht, wie zu erwarten, prächtig aus. Am anderen Ende des filmischen Spektrums befindet sich "Queen + Slim", das Filmdebüt der gefeierten Clipregisseurin Melina Matsoukas (Beyoncé, Rihanna, Nike), geschrieben von der angesagten Lena Waithe, eine moderne Lovers-on-the-Run-Romanze, eine Art "Wild at Heart" mit Hiphop-Beats, für die neben den Macherinnen auch die Stars Daniel Kaluuya und Jodie Turner-Smith angereist waren. Es gab nur erste Anmutungen zu sehen, die eine starke visuelle Sprache und eine packende Geschichte versprechen.

Dass bei Universal künftig nicht nur mit Animationshits von Illumination zu rechnen ist, sondern auch von DreamWorks Animation (die in diesem Jahr bereits Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt" beisteuerten), unterstrichen erste Eindrücke des kommenden Epos Abominable", in dem ein asiatischstämmiges Mädchen einen Yeti namens Everest zurück in seine Heimat bringen muss. Und dann gab es zum Abschluss noch zwei Paukenschläge: Actionspezialist David Leitch lud seine beiden Stars aus dem ersten "Fast & Furious"-Spinoff "Hobbs & Shaw" auf die Bühne, und die perfekt aufeinander eingespielten Dwayne Johnson und Jason Statham ließen sich die Chance nicht entgehen, das Publikum mit ein paar coolen Sprüchen blendend zu unterhalten. Natürlich ist auch der Trailer großartig - wenn der Film hält, was die Szenen versprechen, steht den Kinobetreibern im Sommer der durchgeknallteste Film des gesamten Franchise ins Haus. Wie man es vom Regisseur von John Wick" und Atomic Blonde" erwarten darf, wenn er mit einem entsprechenden Budget hantieren darf.

Aber das war immer noch nicht alles: Nachdem die Universal-Show im letzten Jahr mit einem Auftritt von Cher ihren Höhepunkt fand, gab es auch diesmal wieder Musik zum Abschluss. Nach einem längeren Clip über die aufwändigen und komplizierten Dreharbeiten zur Verfilmung des legendären Andrew-Lloyd-Webber-Musicals Cats" von Tom Hooper kam Oscargewinnerin Jennifer Hudson, um, begleitet nur von einem Piano, eine Version von "Memory" zu singen, bei der das Publikum den Atem anhielt.