Festival

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen benennen Wettbewerbsfilme

Von 1. bis 6. Mai finden zum 65. Mal die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen statt. Heute wurden die Filme für die insgesamt fünf Wettbewerbe benannt.

15.03.2019 13:30 • von Jochen Müller

Im Rahmen der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die von 1. bis 6. Mai zum 65. Mal stattfinden, werden insgesamt 139 Filme aus 44 Ländern zu sehen sein. In fünf Wettbewerben werden dabei Preisgelder in Höhe von insgesamt knapp 42.000 Euro vergeben. Anlässlich der Präsentation des Festivalprogramms betonte dessen Leiter Lars Henrik Gass heute: "Kurzfilme nehmen sich im Vergleich zum langen Spielfilm formal gesehen immer größere Freiheiten. Hier wird die Filmsprache ständig neu erfunden."

In den Internationalen Wettbewerb wurden 52 Filme aus 35 Ländern eingeladen, von denen knapp die Hälfte von Filmemacherinnen stammt; 33 Filme werden als Welt- oder internationale Premieren gezeigt werden. Hilke Doering, Leiterin des Internationalen Wettbewerbs: "Im internationalen Kurzfilm werden Grenzen verschoben, das zeigt sich in diesem Jahr sehr deutlich: Die Regisseure und Regisseurinnen wählen für ihre Geschichten ganz individuelle Formen, die oft Einflüsse aus Theater, Tanz, Musik oder Kunst aufnehmen. Klare Trends lassen sich kaum mehr ausmachen, dafür bietet jede der Arbeiten, ob politische Dokumentation oder Essay, ob Animation oder Spielfilm, die Möglichkeit, etwas Neues zu entdecken."

Zu den 24 Filmen des Deutschen Wettbewerbs in Oberhausen sagt dessen Leiter Carsten Spicher: "Auch im deutschen Kurzfilm - in diesem Jahr stammen 60 Prozent der Beiträge von Filmemacherinnen - gibt es eine große formale Ausdifferenzierung, auf hohem Niveau. Bei allen Unterschieden sehen wir jedoch, dass die deutschen Kurzfilme, ob Experiment oder Spielfilm, sich mit dem beschäftigen, was in unserem Land geschieht. Migration, Gender, politische Themen - die Kurzfilme greifen Themen auf sehr persönliche Art auf, analysieren, beleuchten Randaspekte, Details, legen unerwartete Zusammenhänge offen."

Zwölf Arbeiten aus NRW, die Hälfte davon Hochschulproduktionen, wurden für den NRW-Wettbewerb ausgewählt. Auch er wird von Carsten Spicher geleitet: . "Eine positive Entwicklung für das Filmland NRW: Filmemacher, die früher nach Abschluss ihres Studiums nach Berlin abwanderten, bleiben heute oft lieber in NRW und gründen hier mit Kommilitonen eigene Produktionsfirmen, die im Kollektiv produzieren. Im diesjährigen Wettbewerb zeigt sich das an Arbeiten wie O Catador sem Cabeca oder RIAFN, die in diesen Zusammenhängen entstanden sind."

Elf Musikvideos konkurrieren im Rahmen der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen um den 21. MuVi-Preis, 42 Filme aus 25 Ländern wurden in den 42. Kinder- und Jugendfilmwettbewerb eingeladen.

Alle Wettbewerbsfilme unter www.kurzfilmtage.de/festival/wettbewerbsauswahl.