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RTL Group kündigt massive Investitionen in VoD-Angebote an

Innerhalb von drei Jahren will die RTL Group 350 Mio. Euro in VoD-Angebote investieren. Das kündigte der Konzern jetzt bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen für 2018 an.

14.03.2019 12:33 • von Jochen Müller

Vor dem Hintergrund des steigenden Umsatzanteils am Gesamtumsatz - aktuell von 13 Prozent in 2017 auf 15,1 Prozent in 2018 - kündigte die RTL Group umfangreiche Investitionen ins Digitalgeschäft an. Wie CEO Bert Habets bei der Präsentation der Jahreszahlen erklärte, werde man in Jahren 2019, 2020 und 2021 insgesamt 350 Mio. Euro in VoD-Angebote investieren; davon sollen 300 Mio. Euro in die Inhalteproduktion gesteckt werden.

"Wenn man bedenkt, dass unsere Streamingangebote sehr gut in unsere Senderfamilien integriert sind, werden diese Investitionen zu nennenswerten zusätzlichen Umsätzen führen und so einen Einfluss auf unseren operativen Gewinn haben. Jede Investition in lokale, exklusive Inhalte ist eine langfristige Investition, die sowohl unser lineares TV-Programm als auch unsere Streamingangebote stärkt. In anderen Worten: wir werden auch weiterhin sehr gesunde Gewinnmargen erzielen", begründete Habets diese Investitionen.

Wie es in der Pressemitteilung zu den Jahreszahlen 2018 weiter heißt, habe man im vergangenen Jahr vor allem durch die Plattformen TV Now Premium in Deutschland und Videoland in den Niederlanden erstmals die Marke von einer Mio. Kunden durchbrochen - ein Zuwachs um 76,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wurde bei TV Now Premium ein Abonnentenanstieg um 43,5 Prozent, bei Videoland ein Plus von 134,9 Prozent registriert. In den kommenden drei Jahren will die RTL Group die Zahl der Streamingkunden auf drei Mio. steigern; der Umsatz aus dem VoD-Geschäft soll von aktuell 216 Mio. Euro auf mindestens 360 Mio. Dollar erhöht werden.

Das schnell wachsende Digitalgeschäft der RTL Group hat Konzernangaben zufolge auch dazu beigetragen, dass das Jahr 2018 erneut mit einem Rekordumsatz abgeschlossen werden konnte; mit 6,505 Mrd. Euro lag er um 2,1 Prozent über dem des Vorjahres. Das Ebitda ging hingegen um 5,7 Prozent auf 1,38 Mrd. Euro zurück. Bereinigt um den Einmaleffekt von Immobilienverkäufen in Paris im Jahr 2017 ergibt sich jedoch ein Ebitda-Anstieg um 0,7 Prozent.

Um rund 1,4 Prozent verfehlt hat die Mediengruppe RTL Deutschland ihren Rekordumsatz aus dem Jahr 2017; er lag 2018 bei 728 Mio. Euro. Damit erzielte man den zweitbesten Wert der Unternehmensgeschichte. Als Grund hierfür nennt die RTL Group geringere Werbeeinnahmen aufgrund von Sportgroßereignissen im vergangenen Jahr wie der Fußball-WM und den Olympischen Winterspielen, die von den öffentlich-rechtlichen Sender übertragen worden waren.

Für das laufende Jahr 2019 rechnet die RTL Group mit einem Umsatzanstieg zwischen 2,5 und fünf Prozent. Infolge der oben genannten Investitionen im Digitalbereich kalkuliert man mit einem Rückgang des Ebitda ebenfalls zwischen 2,5 und fünf Prozent.