Kino

Paramount plant HFR-Push

Filmemacher Ang Lee unternimmt mit "Gemini Man" einen weiteren Versuch, dem HFR-Format zum Durchbruch zu verhelfen. Bereits jetzt hat Paramount Kinos großflächig darum gebeten, ihre entsprechenden Einsatzmöglichkeiten zu überprüfen.

01.03.2019 10:57 • von Marc Mensch
Ang Lee setzt für "Gemini Man" erneut auf HFR (Bild: Kurt Krieger)

Im Prinzip ist die Darstellung von HFR-Content (Higher Frame Rate) in Kinos mit moderner Technik alles andere als ein Hexenwerk - grundsätzlich ist man mit einem Serie-2-Projektor mit einem integrierten Mediablock auf der sicheren Seite (aktuelle Firmware einmal vorausgesetzt). Dennoch will Paramount im Vorfeld des Starts von "Gemini Man" sicherstellen, welche Kinos in der Lage sind, den Film so abzuspielen, wie es von Regisseur Ang Lee vorgesehen ist; idealer Weise also in 3D mit 60 fps. Dazu wurde unlängst Testmaterial an Kinos auch in Deutschland verschickt. In einem Begleitschreiben heißt es dazu, dass man es so reibungslos wie möglich gestalten wolle, dem Publikum den jüngsten technischen Fortschritt im Kinobereich zu präsentieren.

Der Actionthriller mit Will Smith markiert den zweiten Anlauf von Ang Lee, das HFR-Format zu etablieren. Keine ganz leichte Aufgabe: Denn während Experten auf einen massiven Gewinn bei der Bildqualität durch die Eliminierung von Bewegungsunschärfen verweisen und durchaus Testmaterial existiert, das diese Vorteile eindrucksvoll vor Augen führt, scheinen Filmemacher noch nicht den Schlüssel gefunden zu haben, HFR mit den ästhetischen Erwartungen des Publikums in Einklang zu bringen. Die HFR-Fassungen der "Hobbit"-Trilogie brachten dem Format jedenfalls keinen Durchbruch und der Look der HFR-Fassung von Ang Lees "Die irre Heldentour des Billy Lynn" wurde sehr zwiespältig aufgenommen. Nach Deutschland kam der Film entgegen ursprünglicher Planungen dann ohnehin nur im Standard-24fps-Format.

HFR genießt indes auch unter den Kreativen sehr prominente Fürsprecher - darunter nicht zuletzt James Cameron, der entsprechendes für die "Avatar"-Sequels in Angriff nimmt. Und man kann Ang Lee sicherlich nicht vorwerfen, technisch nicht mit an der Spitze zu stehen. Sein "Life of Pi" zählt nach wie vor zu den eindrucksvollsten 3D-Filmen, die je produziert wurden. Kinos, die HFR nicht projizieren können, werden laut Paramount übrigens natürlich mit einer 24-fps-Fassung von "Gemini Man" versorgt.