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Arte plant weitere Investitionen in Digitalstrategie

Um der zunehmenden Konkurrenz durch Videoangebote und Streamingdienste gerecht zu werden, plant Arte weitere Investitionen im Bereich Distribution.

18.02.2019 15:29 • von Jochen Müller
Arte-Präsident Peter Boudgoust bei der heutigen Jahres-Pressekonferenz (Bild: ARTE G.E.I.E./Jann Wilken)

Wie Arte-Präsident Peter Boudgoust heute im Rahmen der Jahrespressekonferenz des deutsch-französischen Kultursenders erklärte, sei man in diesem Bereich im vergangenen Jahr schon sehr erfolgreich gewesen. So wurde die Zahl der Videoabrufe pro Monat um knapp 50 Prozent auf durchschnittlich 55,3 Mio. gesteigert. Um dieses Angebot noch attraktiver zu machen, wolle man verstärkt Formate entwickeln, die den modernen Sehgewohnheiten entsprächen, so Boudgoust. Darüber hinaus wolle man seine Programme vermehrt ein bis sieben Tage vor und "für einen weitaus längeren Zeittraum" nach der TV-Ausstrahlung online stellen, um das "unter Serienfans beliebte Bingewatching zu ermöglichen". Bereits im Januar wurden alle Folgen der italienischen Serie "Ein Wunder" sieben Tage vor der TV-Ausstrahlung en bloc online gestellt und verzeichneten in der Arte-Mediathek bis dato knapp 3,2 Mio. Videoabrufe. Der TV-Marktanteil von Arte lag in Deutschland im vergangenen Jahr wie schon im Vorjahr bei 1,1 Prozent, in Frankreich stieg er von 2,2 auf 2,4 Prozent.

Programmlich wird es bei Arte im ersten Halbjahr einen Europa-Schwerpunkt geben, den Programmdirektor Bernd Mütter im Rahmen der Jahres-PK vorstellte. "Herzstück" werde dabei das Dokumentarfilm-Großprojekt "24h Europe - The Next Generation" sein. In der internationalen Koproduktion von Arte, RBB, SWR, BR, RTBF, YLE, zero one film und Idéale Audience werden 60 junge Menschen aus 26 Nationen von 4. Mai, 6 Uhr, bis 5. Mai, 6 Uhr, in Echtzeit begleitet. Am 14. Mai strahlt Arte darüber hinaus die Dokumentation "Erasmus: Europa für alle?" aus, in der aktuelle und ehemalige Teilnehmer am Erasmus-Programm der EU von ihren Erfahrungen berichten. Im digitalen Bereich startet Arte rund 100 Tage vor der Europawahl Ende Mai mit "Europa 2019" ein an die Nachrichtenredaktion angedocktes Projekt als zentrale Anlaufstelle für Information, Orientierung und den Austausch zu den Europawahlen.

Teil des Europaschwerpunkts bei Arte im fiktionalen Bereich ist Dominik Molls "Eden" u.a. mit Sylvie Testud, Juliane Köhler und Wolfram Koch in der Hauptrolle, die am 2. und 9. Mai ausgestrahlt wird. Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist ein gestrandetes Schlauchboot mit Geflüchteten an einem griechischen Strand.