Festival

Ein Bärenanwärter weniger

Zhang Yimous "One Second", der am kommenden Freitag im Berlinale-Wettbewerb seine Premiere feiern sollte, ist aus dem Programm des Festivals zurückgezogen worden.

11.02.2019 15:31 • von Jochen Müller
Aus dem Berlinale-Wettbewerb zurückgezogen: Zhang Yimous "One Second" (Bild: Baixiaoyan)

Was zuvor bereits in US-Branchendiensten berichtet worden war, ist jetzt von der Berlinale bestätigt worden: Zhang Yimous "One Second" kann "leider nicht am 15. Februar im Wettbewerb der Berlinale präsentiert werden", heißt es in einer Pressemitteilung. Technische Probleme bei der Post-Production werden von der Berlinale als Grund für den Rückzug angeben. Die Zahl der Bärenkandidaten schrumpft damit von 17 auf 16. Am 15. Februar soll nun ein anderer Film aus dem bisherigen Werk von Zhang Yimou im Berlinale Palast gezeigt werden.

"One Second" spielt in Zeiten von Maos Kulturrevolution in China zwischen 1966 und 1976, in der es Schätzungen zufolge fast eine halbe Mio. Todesopfer sowie millionenfache Fälle von Folterungen gegeben hat. Von der Kommunistischen Partei Chinas zwischenzeitlich als großer Fehler eingeordnet, gilt die Kulturrevolution dort als Tabuthema. Gut möglich also, dass politische Gründe im Reich der Mitte dazu geführt haben, den Film aus dem Berlinale-Wettbewerb zurückzuziehen.