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ARD und Autoren ziehen an einem Strang

Die ARD hat sich mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) und dem Verband der Medien- und Bühnenverlage (VDB) über neue Vergütungsregeln geeinigt, die unter anderem auch die Online-Nutzung von Produktionen berücksichtigen.

11.02.2019 11:30 • von Frank Heine
ARD-Verhandlungsführer Michael Kühn (Bild: NDR/Frank Siemers)

Anderthalb Jahre verbrachten die Parteien am Verhandlungstisch. Nun haben sich ARD, Degeto und Produzentenallianz mit dem Verband der deutschen Drehbuchautoren (VDD) und dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage (VDB) über die Aufstellung gemeinsamer Vergütungsregeln geeinigt. Die bisherige durch Einmalzahlungen oder Wiederholungshonorare geprägte Vergütungspraxis ist damit vom Tisch. Künftig gilt für alle von ARD und Degeto beauftragten Produktionen die Kombination aus Basis- und Nachvergütung. Bei den jetzt vereinbarten Basisvergütungen handelt es sich um Mindesthonorare, die laut ARD "deutlich" über der bislang als Buy-Out-Honorar gezahlten Durchschnittsvergütung liege. Darüber hinaus wird den Drehbuchautoren ein Erlösbeteiligungsanspruch bei der kommerziellen Auswertung eingeräumt. Neu ist zudem der Einstieg in eine nutzungsbezogene Online-Vergütung.

Die gemeinsamen Vergütungsregeln treten rückwirkend zum 1. Januar 2019 in Kraft und finden auf alle ab 2008 erstausgestrahlten Fernsehfilm-Produktionen Anwendung, für die eine Buy-Out-Vergütung vereinbart war. Serienproduktionen sind von der Neuregelung noch nicht betroffen.

Verhandlungsführer waren NDR-Justitiar Michael Kühn und Peter Wiechmann (SWR) für die ARD sowie Peter Henning (VDD) und Jan Ehrhardt (VDB) für die beiden Drehbuchverbände. Außerdem mit am Tisch: Degeto-Chefin Christine Strobl und die Justitiare der Produzentenallianz, Johannes Kreile und Mathias Schwarz.

"Ich bin beiden Verbänden für die konstruktiven und fairen Verhandlungen dankbar. Gemeinsam werden wir in zwei Jahren evaluieren, ob es mit dem Modell zu der beabsichtigten Besserstellung der Autoren kommt und nötigenfalls Anpassungen vornehmen", äußerte sich Michael Kühn und lud andere Urheberverbände ein, sich dem Modell anzuschließen.

Peter Henning begrüßt "die angemessene Vergütung der Autorinnen und Autoren" als "Grundlage für die Zukunft der deutschen Fernsehfiktion." Die Vereinbarung sei "ein Schritt zur Sicherung der Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gerade im Hinblick auf neue Player am Markt. Wir setzen auch zukünftig auf den regelmäßigen Austausch mit der ARD und auf die Fortführung der konstruktiven Verhandlungen in Bezug auf die Serien- und Kinderformate."Jan Ehrhardt hob besonders hervor, "dass eine Vereinbarung gefunden werden konnte, die die besonderen Gegebenheiten bei verlagsgebundenen Drehbuchautoren berücksichtigt und die es durch ihre Offenheit ermöglicht, auch weitere Fragen sachgerecht einvernehmlich zu regeln. Wichtig war uns insbesondere die Verankerung einer ständigen begleitenden Überprüfung, ob die Vereinbarung den Vorstellungen beider Seiten in der Praxis entspricht."