Kino

Medienboard vergibt Rekordsumme

Das Medienboard Berlin-Brandenburg hat seine Bilanz für das Förderjahr 2018 vorgestellt, in dem die Rekordsumme von 38,8 Mio. Euro an Fördermitteln vergeben wurde.

01.02.2019 09:22 • von Jochen Müller

Das Medienboard Berlin-Brandenburg hat im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von insgesamt 38,8 Mio. Euro an Fördermitteln vergeben. 31,6 Mio. Euro - ebenfalls die höchste jemals ausgeschüttete Summe - flossen in die Filmförderung und lösten Ausgaben in der Region in Höhe von 146,2 Mio. Euro aus; der Regionaleffekt lag bei 462 Prozent.

Im Einzelnen hat das Medienboard Berlin-Brandenburg eine Produktionsförderung in Höhe von 27,3 Mio. Euro an 104 Projekte (Regionaleffekt: 504 Prozent) vergeben, darunter 16,2 Mio. Euro an 51 Spielfilme (Regionaleffekt: 515 Prozent) und 5,2 Mio. Euro an zehn High-End-Serien (Regionaleffekt: 600 Prozent). Zum Vergleich: vor 15 Jahren hatte der Regionaleffekt noch bei 260 Prozent gelegen.

Geschäftsführerin Kirsten Niehuus: "Seit 2004 hat sich der Standort äußerst dynamisch entwickelt. Wir konnten den Filmstandort 15-fach Oscar-prämiert, weltberühmt und international begehrt werden sehen. Viele junge Talente von damals gehören heute zum internationalen Establishment und sind von den Festivals und Screens dieser Welt nicht mehr wegzudenken - und es kommen immer neue hinzu. Die Hauptstadtregion übt auf Filmemacher aus aller Welt einen ungeheuren Sog aus. Die Geschichte ist dabei eine faszinierende Quelle für Geschichten und es ist längst noch nicht alles erzählt. Aber auch die Gegenwart dieser besonderen Region bietet Künstlern die Freiheit, die sie für ihre Kreativität benötigen und die Mischung von Milieus und Charakteren gehen als 'Berlin-Filme' um die Welt. Dazu kommen die Studios mit ihrer langen Tradition, in denen so mancher Oscar-Gewinner gedreht wurde. Mit der Digitalisierung kamen die Streamingdienste und mit ihnen die Serien in die Stadt, aber auch aufs Land. Die kreative Filmindustrie ist zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden ... und das ist auch gut so!"

Nach Medienboard-Angaben wurde 2018 an 5.300 Tagen in der Hauptstadtregion gedreht, was eine "Vollbeschäftigung in der Filmbranche vor und hinter der Kamera" zur Folge hatte. So drehte beispielsweise Karoline Herfurth ihren zweiten Film "Sweethearts" im Sommer in Berlin und Umgebung ab, Julie Delpy inszenierte My Zoe", Hermine Huntgeburth "Lindenberg! Mach Dein Ding!!", Vanessa Jopp Gut gegen Nordwind", Julia von Heinz Und morgen die ganze Welt", Caroline Link "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl", Elizabeth Banks war zur Neuverfilmung von "Charlie`s Angels" ins Studio Babelsberg gekommen, Sherry Hormann stellte "Die Frau auf der Straße" in der Hauptstadtregion fertig und Jennifer Fox war für ihr Regiedebüt The Tale" nach Berlin und Umgebung gekommen.

An den Kinokassen waren Medienboard-geförderte Filme auch im vergangenen Jahr erfolgreich gewesen. So gab es mit Der Junge muss an die frische Luft", Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer", 100 Dinge" und "Klassentreffen" im vergangenen Jahr vier Besuchermillionär, die Medienboard-Förderung erhalten hatten. Und die vom Medienboard geförderte Serie Babylon Berlin" erzielte in der ARD-Mediathek Abrufrekorde (wir berichteten).

Auch gab es zahlreiche Filmpreis-Nominierungen für Filme, die im vergangenen Jahr vom Medienboard gefördert worden waren - allen voran die insgesamt Oscarnominierung für Werk ohne Autor", Isle of Dogs - Ataris Reise", Of Fathers and Sons" und Cold War - Der Breitengrad der Liebe".

Im Bereich der Kinoförderung möchte das Medienboard Berlin-Brandenburg dazu beitragen, dass die Hauptstadtregion "Deutschlands Kinohauptstadt mit der größten Vielfalt an Filmtheatern", wie es in einer Pressemitteilung heißt, bleibt. Darum werden Kinos neben dem Kinoprogrammpreis und dem Förderprogramm für innovatives Kinomarketing jetzt mit jährlich 200.000 Euro Investitionsförderung für die Modernisierung, Verbesserung und Neuausrichtung von Filmtheatern unterstützt.