Kino

"Die Alarmglocken läuten"

Kam der Einbruch des Kinogeschäfts 2018 überraschend? Oder hat er nur bestätigt, wovor längst gewarnt wurde? Der HDF-Vorstandsvorsitzende hat jedenfalls genaue Vorstellungen von dem, was geschehen muss.

17.01.2019 16:09 • von Marc Mensch
Thomas Negele, Vorstandsvorsitzender des HDF Kino (Bild: Chris Hirschhäuser)

Einfach abhaken lässt sich das schlechte Kinoergebnis 2018 trotz etlicher Hoffnungsschimmer im vierten Quartal nicht, befindet der HDF-Vorstandsvorsitzende Thomas Negele. Im Vorfeld der Filmwoche München sprach er mit Blickpunkt: Film über notwendige Reformen.

BLICKPUNKT: FILM: Neues Jahr, neues Glück heißt es gerne zur Filmwoche München. Aber kann man 2018 einfach so abhaken? Kann man die Resultate noch im Kontext üblicher zyklischer Bewegungen sehen - oder stellt das vergangene Jahr geradezu eine Zäsur dar?

THOMAS NEGELE: 2018 kann man keinesfalls noch gelassen hinnehmen, auch dann nicht, wenn es dieses Jahr wieder etwas aufwärts gehen sollte. Denn obwohl sich sicherlich alles an negativen Faktoren versammelte, was man sich so denken kann - ein Ausnahmesommer, die Fußball-WM, ein teils eher schwaches Line-Up, Terminierungsprobleme - reicht das als Erklärung nicht aus. Wir haben ein strukturelles Problem, das sich nun überdeutlich zeigt. Denn sind wir doch ehrlich: Natürlich erleben wir ständig zyklische Bewegungen nach oben und unten. Aber die Ausschläge nach unten fielen wiederholt immer größer aus, im Mittel zeigt die Kurve nach unten. Das vergangene Jahr markierte nicht einfach nur einen der üblichen Rückschläge - es war ein Jahr, das sämtliche Alarmglocken läuten lassen muss. 2019 muss der Groschen endlich fallen, müssen längst überfällige Projekte angegangen werden.

BF: Was genau sind die Kinos Ihrer Ansicht nach gefragt, zu unternehmen?

TN: Wir müssen 2019 den Durchbruch schaffen, was die digitale Kundenansprache anbelangt. Solange wir so wenig über unsere Gäste wissen, wie wir es faktisch tun, arbeiten wir doch nur auf Basis von Trial&Error, erzielen Erfolge eher als Zufallstreffer. Wir müssen Erkenntnisse endlich bündeln, müssen sie mit jenen unserer Partner verknüpfen, um dann Potenziale konkret einschätzen zu können - und um unsere Kunden gezielt ansprechen zu können. Denn vieles von dem, was sie interessieren könnte, erreicht sie erst gar nicht, das gilt leider gerade für den anspruchsvollen Film. Ich selbst habe unlängst die Doku Auf der Jagd - Wem gehört die Natur begleitet, auch weil mir das Thema selbst am Herzen liegt. Und siehe da: Wenn man die richtige Ansprache findet, kommen die Leute auch. Aber das ist momentan noch mit derartigem Aufwand verbunden, dass man es nur punktuell leisten kann. Derartige Fragen müssen konzertiert angegangen werden!

BF: Gilt das auch für die Frage nach dem Preis eines Kinobesuchs?

TN: Selbstverständlich wäre es wünschenswert, Strategien auf Basis geteilter Erkenntnisse entwerfen zu können. Allerdings spielt hier der Wettbewerbsgedanke natürlich eine besondere Rolle - und manche Aktion mag eher standortgetrieben sein, als dass sie sich als Modell für eine ganze Branche eignen würde. Um eines festzuhalten: Ich bin entschieden dagegen, Kino unter Wert zu verkaufen - und tatsächlich sieht man doch auch 2018 deutlich, dass gerade hochpreisigere Angebote oft besser angenommen wurden. Dennoch muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass wir in Deutschland zwar einen hohen sozialen Standard haben - aber gerade die Jugend vor der Situation steht, dass ein Gutteil ihres Budgets bereits für andere Angebote gebunden ist: Handyverträge, Film- und Streaming-Abos, zunehmend auch Games-Abos etc... Das bedeutet, dass wir uns durchaus Gedanken um Preismodelle machen müssen. Tickets durch die Bank einfach zu verbilligen, wird nicht die Lösung sein. Das können wir uns aufgrund steigender Ausgaben für Personal, Energie usw. schon gar nicht leisten. Es wird vielmehr darum gehen, stärker zu differenzieren, Preise zielgruppenorientierter zu machen - und darum, Anreize zu setzen.

BF: Auch in dem man womöglich (noch) stärker nach den jeweiligen Filmen differenziert?

TN: Das ist durchaus denkbar. Dabei geht es aber nicht um Qualität, sondern darum, dass sich das Publikum schwer damit tut, Inhalten jenseits des Vertrauten eine Chance zu geben - zumindest nicht zum vollen Preis. Vielleicht kann man diesbezüglich ja vom Erfolg der eher günstigeren Sneaks lernen, wo sich Gäste sogar auf eine komplette Überraschung einlassen, Filme sehen und genießen, für die sie sich nie bewusst entschieden hätten. Was wir aber vor allem machen müssen - und das geht glasklar aus sämtlichen Studien hervor - ist Anreize zu schaffen, um die Frequenz der Besuche zu erhöhen. Warum nicht ein Rabattsystem einführen, bei dem jedes Ticket mit steigender Besuchshäufigkeit günstiger wird? Am Ende mag für den Einzelnen ein Durchschnittspreis herauskommen, wie ich ihn nie zum Standard machen könnte, der sich aber dann rechnet, wenn er mit entsprechender Frequentierung verbunden ist. Natürlich würde das ganz neue Abrechnungsmodelle erfordern - aber über derart weitreichende Schritte müssen wir mit den Verleihern sprechen können! Gleichzeitig müssen wir Tickets überall verkaufen, nicht nur in den Kinos und auf unseren Webseiten, sprich: Neue B2B-Partnerschaften sind gefragt. Und ganz elementar ist schließlich ein weiterer Gedanke: Der beste Preis nutzt nichts, wenn der Kunde das Angebot nicht durchschauen kann, weil es zu schnell revolviert.

BF: Das bedeutet, langfristigere Spielpläne aufzustellen?

TN: Genau. Wir müssen dem Gast wieder Orientierung verschaffen und wir müssen ihm die Chance geben, Angebote auch wahrnehmen zu können. Die Auswertungsbreite sollte sich wieder stärker an der Zeit bemessen, die Filme auf den Leinwänden gehalten werden, nicht an den Vorstellungen pro Tag. Das mag jetzt nicht ad hoc mit dem in Einklang zu bringen sein, was die Verleiher im Einzelfall wollen - und ich verstehe natürlich auch deren wirtschaftliche Interessen. Aber am Ende ist doch niemandem mit leeren Sälen gedient! Wenn ich - und auch dafür ist die Auswertung der Kundendaten essenziell - von vorneherein weiß, dass von drei Vorstellungen am Tag zwei brach liegen werden, mache ich mir mein Programm doch sehenden Auges kaputt! Und das auch noch auf Kosten anderer Titel... Künftiger Ansatz muss es sein, Filme so zu platzieren, dass möglichst wenig Potenzial ungenutzt bleibt - und dass unsere Zuschauer auch die Chance erhalten, jeden für sie interessanten Titel mit ihrem Tagesablauf in Einklang zu bringen. Wir müssen also auch weiterhin unterschiedliche Zeiten abdecken, vor allem aber müssen wir den Kinobesuch wieder langfristiger planbar machen. Bindungswirkung kann ich doch nur erreichen, wenn sich meine Gäste darauf verlassen können, dass ein bestimmter Titel zu einem bestimmten Zeitpunkt auch noch gespielt wird. Am Ende sprechen wir also von einem Monatsprogramm.

BF: Der Katalog notwendiger Maßnahmen ist schon ohne den noch gar nicht angesprochenen Abbau des aufgelaufenen Investitionsstaus lang genug - wie enttäuscht sind sie vor diesem Hintergrund von dem, was aktuell mit "Zukunftsprogramm" überschrieben ist?

TN: Ich muss ehrlich sagen, dass ich mehr als nur enttäuscht bin. Aber es ist durchaus noch nicht aller Tage Abend. Denn wir können auf große Unterstützung in den Reihen der beiden Regierungsfraktionen - und auch bei den anderen Parteien - zählen. Wo es vor allem noch Überzeugungsarbeit zu leisten gilt, ist im zuständigen Ministerium - eine Gesprächsanfrage von unserer Seite liegt der Kulturstaatsministerin vor. Ich glaube, es ist an der Zeit, einfach mal Farbe zu bekennen, darzulegen, welchen Stellenwert man uns auch im Vergleich mit anderen Kulturinstitutionen zugesteht. Mir ist schon klar, dass man über das Programm per se nicht alles regeln kann. Nicht umsonst loten wir auch andere Möglichkeiten und Töpfe aus, gerade auch, was den digitalen Zukunftsaspekt betrifft. Aber trotzdem denke ich, dass der Ansatz viel breiter sein muss. Vielleicht ist es uns noch nicht gelungen, klar dazulegen, wie ernst die Lage in diesem Jahr wurde. Und dass es nicht von der Größe abhängt, wie gut oder schlecht es einem Kinobetrieb geht. Man sollte die Debatte auch ruhig vor dem Hintergrund des deutschen Films führen, der auf Ebene der FFA vorwiegend mit Geldern jener gefördert werden kann, die man momentan sich selbst überlassen will.

BF: Auffällig ist doch, dass Kinos gerade auch in der Schweiz und in Österreich schlecht abschnitten - während andere europäische Märkte nur geringe Rückgänge oder sogar ein leichtes Plus zu verzeichnen hatten. Weshalb litten gerade die deutschsprachigen Märkte derart?

TN: Das ist sicherlich ein Punkt, den man genauer analysieren müsste - ich kann dazu jedenfalls ad hoc keine definitive Antwort geben. Aber Tatsache ist doch, dass wir im deutschsprachigen Raum ein besonders hohes Bildungs- und auch Wohlstandsniveau haben. Das lässt durchaus den Schluss zu, dass wir uns mit besonders hohen Ansprüchen konfrontiert sehen - und die Leute auch in der Lage sind, sich jene Dinge zu leisten, die ihre Ansprüche in jeder Hinsicht erfüllen. Noch stärker wiegen aber vermutlich die unterschiedlichen Geschmäcker. Hollywood produzierte zuletzt mit besonders starkem Fokus auf den asiatischen Markt, wo derzeit noch die Technologie im Vordergrund steht und Inhalte eher sekundär sind. Das deutsche Publikum ist da einfach anspruchsvoller - und Hollywood bedient das mit seinen Produktionen momentan nicht ausreichend.

BF: Wobei US-Filme am Ende dann doch regelmäßig die erfolgreichsten sind...

TN: Ja, aber nicht mehr auf dem Niveau, das wir noch vor wenigen Jahren gesehen haben. Wir hatten im vergangenen Jahr keinen einzigen Film, der für mehr als vier Mio. Besucher gut war. Keinen einzigen! Und wann hat Hollywood zuletzt das Level eines Fack Ju Göhte" erreicht, dem das drei Mal in Folge gelang? Selbstverständlich werden US-Produktionen auch in Zukunft für den Großteil unseres Geschäfts stehen. Aber der Schlüssel zu einem guten Kinojahr liegt nun einmal - und das gilt für die meisten großen Märkte - in einem starken lokalen Abschneiden. Wenn der deutsche Film nicht reüssiert, haben wir ein echtes Problem. Rund 20 Prozent Marktanteil sind einfach nicht genug, wir brauchen 35 Prozent. Nicht als Ausnahme, sondern dauerhaft. Das werden wir aber nicht mit dem erreichen, was unser Fördersystem zum Großteil hervorbringt. Auch weil die Schwerpunkte völlig falsch gesetzt werden.

BF: Weil die Herausbringung ihrer Ansicht nach nur Stiefkind der Förderung ist?

TN: Genau. "Waffengleichheit", wenn man es so nennen will, wird man gegenüber globalen Playern nicht herstellen können. Aber man muss dem deutschen Film doch zumindest eine Chance geben, sichtbar zu werden! Wir brauchen konsequente Begleitung von der Entwicklung bis zur Verwertung - und wir brauchen deutsche Tentpoles. Die muss man sich dann auch etwas kosten lassen!

BF: Ein Appell an jene, die unlängst Bora Dagtekins jüngstes Projekt in der FFA-Kommission abgelehnt haben?

TN: Eines vorweg: Dass die Namen von Jurymitgliedern publik gemacht wurden, kann ich nicht gutheißen. Das ist nicht der Stil, den wir pflegen sollten. Zumal jede Jury das Recht und die Pflicht hat, eingereichte Projekte kritisch zu betrachten. Allerdings kann ich mich persönlich nicht mit dem Ansatz anfreunden, hochbudgetierte Projekte aus dem Gedanken heraus abzulehnen, dass man mit dem Geld gleich eine gute Handvoll anderer Projekte bedenken könnte. Schon gar nicht im Rahmen der FFA-Förderung, die erklärtermaßen eine Spitzenförderung sein will und sollte. Filme wie "Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer", der ja zunächst auch abgelehnt worden war, bringen uns mehr als ein halbes Dutzend kleiner Projekte. Und wenn jemand in seiner Karriere eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, dass jeder Cent bei ihm gut aufgehoben ist, dann doch Bora Dagtekin! Aber ich will das wirklich nicht an der Jury an sich festmachen. Für mich zeigt sich eher, dass in der Förderung nach falschen Kriterien gearbeitet wird.

BF: Woran auch die vieldiskutierten "Leitlinien" nichts geändert haben?

TN: Das konnten sie womöglich gar nicht. Man muss einfach sehen, dass es so, wie das FFG die vergangenen 50 Jahre gestrickt war, einfach nicht mehr funktioniert. Das nächste Gesetz muss völlig neu gedacht werden, in allen Bereichen. Sonst wird das FFA-Budget irgendwann marginal. Wir sprechen doch schon heute von einer Projektfilmförderung, die deutlich unter jener der BKM liegt. DVD geht, das wird sich nicht mehr ändern, immer stärker zurück. Und die Beiträge von SVoD-Anbietern würden das auch dann nicht auffangen, wenn Player wie Netflix nicht alle juristischen Wege gegen die Zahlungsverpflichtung beschreiten würden. Ergo komme ich doch gar nicht umhin, die Leistungsfähigkeit des mit Abstand größten Einzahlers zu stärken. Und das kann mit marginalen Werken einfach nicht gelingen. Wobei die FFA keinesfalls isoliert zu betrachten ist. Auch auf Ebene der Länderförderer ist ein Umdenken gefragt. Schon alleine deshalb, weil es momentan viel zu lange dauert, um einen Film zu finanzieren. Wer fördert, sollte mit einem Betrag reingehen, der dieses Förderhopping unnötig macht. Das mag auf den ersten Blick risikoreicher für die Bilanz wirken, als eine breite Streuung. Aber das größte Risiko sind doch Filme, die ohne adäquate Ausstattung und ohne Marketing auf die Öffentlichkeit losgelassen werden. Da landen wir bei der Grundsatzfrage: Reicht es, Kinos topmodern auszustatten und digitale Kundenbeziehungen aufzubauen, die den Namen auch verdienen - wenn wir am Ende nicht den Content bekommen, den wir benötigen...

BF: Der Content, den man benötigt: Dazu könnten Ihrer Ansicht nach auch Serien zählen?

TN: Absolut. Wobei ich vorsorglich einem Missverständnis vorbeugen will. Gefragt ist nicht ein pures "Mehr". Vielmehr geht es ja, wie gerade geschildert, schon jetzt darum, die Vielfalt wieder adäquat abbilden zu können. Und wir brauchen keinen verkappten TV-Content. Vor diesem Hintergrund ist der Einfluss der Sender auf die Förderung zunehmend kritisch zu betrachten - wie auch der weitgehende Herausbringungszwang im Falle evident gescheiterter Projekte. Aber um konkret zur Frage zurückzukehren: Ich würde es ganz ausdrücklich begrüßen, eine eigene, hochwertige Kinoserie zu haben. Ein Produkt, mit dem sich echte Bindungswirkung erzielen ließe. An dieser Stelle würden sich auch Türen für eine Vielzahl an Partnerschaften öffnen, beispielsweise mit Sky, Amazon oder vielleicht sogar Netflix.

BF: ...wobei gerade die erste nennenswerte Leinwandpräsenz eines Netflix-Titels die Branche geradezu spaltet.

TN: Ganz ehrlich, die paar Leinwände waren keine "nennenswerte Auswertung". Schon gar nicht für einen Film, der so gut ist wie "Roma", der eine richtig breite Kinopräsenz verdient hat. Wer ihn gespielt hat, hatte die unbestrittene Qualität und die dediziert für die große Leinwand entworfenen Bilder vor Augen, das kann man respektieren. Das Problem ist, dass Netflix noch ganz anders denkt. Denen geht es überhaupt nicht um die Kinoauswertung - weswegen man uns ja auch nur punktuell einlädt, "Partner" zu sein. Sondern lediglich darum, Marketing in eigener Sache zu betreiben. Der Punkt ist doch, dass Netflix Exklusivität ebenso benötigt wie die Kinos - und da stehen sich die Geschäftsmodelle momentan noch unvereinbar gegenüber.

BF: Was nicht so sein muss?

TN: Ganz und gar nicht! Ich bin überzeugt, dass sich durchaus Wege finden lassen, wie beide Seiten profitieren. Wenn man es denn will. Dazu müssen wir auch gar nicht am Kinofenster per se rütteln. Das Argument, das Fenster sei passé, weil irgendwelche Filme nicht funktionieren, ist doch Humbug! Was keiner sehen will, geht nicht plötzlich besser, weil es auf mehreren Plattformen gleichzeitig erscheint. Unterkapitalisierte, schlecht entwickelte Werke ohne Marketingbudget sind für den Markt verloren, ganz gleich, wo man ihn sucht. Richtig ist aber, dass es Content gibt oder geben sollte, für den man tatsächlich andere Geschäftsmodelle und Auswertungsformen finden muss. Content, den man vielleicht abwechselnd im Kino und zuhause sieht. "Babylon Berlin" war ein Genuss auf der Leinwand - aber man kann kaum jemandem ein zweitägiges Commitment abverlangen. Am Ende geht es darum, das Geschäftsmodell Kino neu zu denken, zu erweitern, unsere großartige Plattform neuen Partner zugänglich zu machen - und perspektivisch vielleicht nicht nur Abspieler und damit Refinanzierer, sondern womöglich auch jenseits der Rolle als Quelle für Fördergelder echter Mitfinanzierer zu sein. Für Content, der nach genau unseren Anforderungen entsteht. Nicht als Ersatz für den klassischen Kinofilm. Aber als Ergänzung, die uns in Zukunft ein Stück weit unabhängiger macht.

BF: Sie sehen also auch nach 2018 eine Zukunft für das Kino?

TN: Wenn dem nicht so wäre, hätte ich nicht gerade 400.000 Euro in einen neuen Luxussaal im Citydom Straubing investiert. Wir kennen unsere Hausaufgaben und wir müssen handeln - gemeinsam mit unseren Partnern. Und wir verdienen dabei Unterstützung. Das klar zu machen, ist eine meiner wichtigsten Aufgaben im neuen Jahr.

Das Gespräch führte Marc Mensch