Kino

Deutsch-französisches Filmtreffen: Appell an starkes Urheberrecht

Beim deutsch-französischen Filmtreffen Ende November in Erfurt haben 170 Branchenvertreter mit einer Erklärung an ein starkes Urheberrecht als wesentlicher Pfeiler europäischer Werk- und Wertschöpfung appelliert und folgen damit der Initiative von Unifrance, German Films, SACD und der deutsch-französischen Filmakademie.

07.12.2018 07:38 • von Barbara Schuster
In Erfurt trafen sich Vertreter der deutschen und französischen Filmbranche (Bild: Unifrance)

Beim deutsch-französischen Filmtreffen Ende November in Erfurt haben 170 Branchenvertreter aus den Bereichen Produktion, Weltvertrieb und Verleih mit einer Erklärung an ein starkes Urheberrecht als wesentlicher Pfeiler europäischer Werk- und Wertschöpfung appelliert und sind damit der Initiative von Unifrance, German Films, SACD und der deutsch-französischen Filmakademie gefolgt.

Im Wortlaut heißt es:

"Digitale Technologien eröffnen neue Horizonte und enorme Möglichkeiten; sie bieten einen breiten und nachhaltigen Zugang zu europäischen Filmen, Serien und sonstigen audiovisuellen Werken.

Gleichzeitig entwickeln sich bestimmte Internet-Plattformen in einer Welt, die den in Europa geltenden Spielregeln nur wenig folgt. Wir erinnern daran, dass ein starkes Urheberrecht ein Grundrecht der Europäischen Union und einen wesentlichen Pfeiler europäischer Werk- und Wertschöpfung darstellt.

So sind die laufenden europäischen Diskussionen über die Anpassung der Urheberrechtsbestimmungen an das neue digitale Umfeld von entscheidender Bedeutung, um die Zukunft des europäischen Filmschaffens und seine Vielfalt zu sichern und faire Bedingungen für diejenigen zu gewährleisten, denen wir die Vielfalt unserer europäischen Kultur verdanken.

Heutzutage zirkulieren Tausende von Werken im Internet, ohne dass diejenigen, die sie geschaffen haben, für diese Nutzung (hinreichend) entlohnt würden.

Urheber und Unternehmen sind allzu oft Opfer von unlauteren Praktiken, sowie von mangelnder Transparenz bei der Verwertung von Werken, ohne dass Plattformen einer Verpflichtung zur Teilung geschöpfter Werte unterliegen - und dies obschon erhebliche Gewinne erwirtschaftet werden.

Es scheint nach wie vor ein Grundsatz weitgehender Verantwortungslosigkeit von Internet-Betreibern zu herrschen, insbesondere angesichts der Geißel der Piraterie.

Es ist wichtig, dass die Europäische Union ein Raum von Recht und Gerechtigkeit bleibt, der all jene schützt und fördert, die zum kreativen Reichtum und der Vielfalt unserer europäischen Kultur maßgeblich beitragen - auch und gerade im audiovisuellen Bereich, für den die Digitalisierung eine besondere Herausforderung darstellt.

In der heutigen digitalen Welt muss Europa seine Werte und sein Modell, seine Souveränität und seine kreative Dynamik behaupten.

Jenseits der großartigen Kreativität unserer Urheber, der Achtung der von Unternehmen aufgestellten Strategien bei der Finanzierung und Auswertung audiovisueller Werke und der unabdingbaren Unterstützung durch die Staaten ist das Bestehen und die Einhaltung gemeinsamer Spielregeln auf europäischer Ebene und nationaler ein entscheidender Aspekt für eine Umgebung, die Werkschöpfung fördert.

Als im September letzten Jahres im Europäischen Parlament über die Urheberrechtsrichtlinie abgestimmt wurde, wurde diese Botschaft von den Abgeordneten gehört und getragen.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Europa in der letzten Phase der sogenannten Trilog-Gespräche zwischen dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Europäischen Kommission diese großen Fortschritte im Bereich des Urheberrechts und der europäischen Filmkunst konsolidiert und unterstützt:

Die Fähigkeit der Schaffenden zu stärken, von digitalen Plattformen vergütet zu werden, die ihre Werke verwerten, eine größere Verantwortung der Internet-Intermediäre im Hinblick auf eine bessere Bekämpfung der Piraterie und eine fairere und effektivere Verteilung bei der Wertschöpfung zu verankern, insbesondere im Internet.

Die Verteidigung eines effektiven und starken Urheberrechts und eine gerechte Vergütung für die Nutzung urheberrechtlicher Inhalte sind entscheidend für die Sicherung der kulturellen Vielfalt in Europa."