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GVU: Erstmals Werbemittler verurteilt

Der GVU zufolge wurden erstmals Freiheitsstrafen wegen der Vermittlung von Werbeplätzen auf Piraterie-Portalen verhängt.

26.11.2018 10:25 • von Jörg Rumbucher

Wie die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) mitteilt, hat das Amtsgericht Leipzig drei Mitarbeiter einer Internet-Werbeagentur zu Freiheitsstrafen wegen Beihilfe zur gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzung verurteilt.

Demnach hatten die Beklagten Werbeflächen auf illegal betriebenen Portalen wie kino.to oder iload.to vermittelt und großflächig lukrative Bannerwerbungen geschaltet. Auf diese Weise erzielten sie Gewinne in Höhe von mehr als 350.000 Euro. Dass es sich um strukturell urheberrechtsverletzende Angebote handelte, war den Angeklagten bewusst. Der Geschäftsführer der Agentur erhielt ein Jahr und acht Monate Freiheitsstrafe, auf zwei Programmierer entfielen jeweils ein Jahr und vier Monate Freiheitsstrafe. Laut GVU waren die Angeklagten geständig, so dass die Strafen zur Bewährung ausgesetzt wurden. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.

Federführend bei den Ermittlungen war die Integrierte Ermittlungseinheit Sachsen (INES) bei der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft. Die GVU unterstützte die Behörden mit eigenen Erkenntnissen. Die GVU

Die GVU erklärte, dass dem Urteil eine erhebliche Präzedenzwirkung beigemessen werden kann, da in Deutschland bisher kein Werbemittler wegen seiner Unterstützung illegaler Portalseiten strafrechtlich belangt wurde.