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German Motion Picture Fund fördert keine Kinofilme mehr

Auch der German Motion Picture Fund hat - infolge des Wechsels der Zuständigkeit - eine Richtlinienänderung erfahren. Künftig werden mit diesem Instrument nur Filme und Serien gefördert, die auf VoD-Plattformen oder im deutschen Fernsehen erstausgewertet werden.

24.10.2018 12:07 • von Marc Mensch
Ab sofort ist der GMPF Serien wie "Babylon Berlin" und Filmen für VoD- bzw. TV-Erstauswertung vorbehalten (Bild: X Verleih)

Was böse Zungen schon bisher als "notwendiges Anhängsel" bei einem immerhin "German Motion Picture Fund" getauften Instrument bezeichneten, fällt nun gänzlich aus dessen Förderung heraus: Kinofilme. Tatsächlich lag der Fokus des GMPF seit jeher auf Serien wie "Babylon Berlin", "You Are Wanted", "Dark", "Parfum" oder "Beat", auch wenn einzelne Kinofilme wie "Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer" durchaus von der Förderung profitierten - in letzterem Fall flossen immerhin 2,5 Mio. Euro. Die Bezeichnung als "notwendiges Anhängsel" rührt im Grunde daher, dass sich der GMPF aus dem etwas übereilten Versprechen von Sigmar Gabriel entwickelte, DFFF-Kürzungen mit einem eigenen Topf aufzufangen - was sich dann aber schon rein rechtlich nicht 1:1 umsetzen ließ.

Wie dem auch sei: Der GMPF sorgte (wie so vieles) zwar für ein wenig Krach in der Koalition, setzte aber enorm wirksame Anreize für die Produktion in Deutschland - und war seit dem ersten Jahr stets deutlich überbucht. Nicht umsonst laufen in diesem Jahr Töpfe des Bundeswirtschaftsministeriums und der BKM parallel, wobei ersterer die noch in BMWi-Zuständigkeit bewilligten Vorhaben bedient.

Nun also ist der GMPF mit einer Überarbeitung der Richtlinie endgültig im Zuständigkeitsbereich der Kulturstaatsministerin angekommen. Und wie schon eingangs erwähnt, geht damit eine wesentliche Änderung einher. Der Fördergegenstand (§ 2 der Richtlinie) wurde dahingehend geändert, dass nur noch Filme gefördert werden, die nicht für eine Erstauswertung im Kino in Betracht kommen.

Eine weitere wichtige Reform: Die Zuwendung für Filme beträgt nun bei allen Projekten, unabhängig von den Ausgaben für digitales Filmschaffen, 20 Prozent der zuwendungsfähigen deutschen Herstellungskosten. Die prozentuale Zuwendungshöhe für Serien bleibt unverändert. Gleichzeitig wird die maximale Zuwendung für Serien mit deutschen Herstellungskosten von mindestens 20 Mio. Euro generell auf vier Mio. Euro erhöht, unabhängig von den Ausgaben für digitales Filmschaffen. Und analog zum DFFF können auch Kosten, die innerhalb eines Jahres vor Antragstellung entstehen, als zuwendungsfähige deutsche Herstellungskosten anerkannt werden.

Laut Kulturstaatsministerin Monika Grütters ist der Wechsel des GMPF in ihr Haus ein "erfolgreicher ersten Schritt, um die bestehenden Förderungen besser aufeinander abzustimmen - so wie im Koalitionsvertrag vorgesehen. Unser Ziel ist eine schlüssige Filmpolitik, in der die wirtschaftliche und kulturelle Filmförderung des Bundes in einer Hand gebündelt werden. Damit steigt die positive Wirkung sowohl des DFFF als auch des GMPF für den Produktionsstandort Deutschland."

Die Richtlinienänderungen in Kürze finden Sie hier

https://www.bundesregierung.de/resource/blob/973862/1541458/06980f5bd04b60a6a618b1bcf9766171/2018-10-24-gmpf-richtlinien-aenderungen-ueberblick-data.pdf?download=1

Die komplette neue Richtlinie hier

https://www.bundesregierung.de/resource/blob/973862/1541456/51d6a99d72007e043724111d515bb97e/2018-10-24-gmpf-richtlinien-data.pdf?download=1