Digitaler Vertrieb

YouTube-CEO Susan Wojcicki ruft zum Protest gegen EU-Reform auf

YouTube-Chefin Susan Wojcicki richtet sich in einem Brief direkt an die Nutzer der Onlineplattform und fordert sie auf, gegen die in Europa geplante Urheberrechtsreform zu protestieren.

23.10.2018 12:29 • von Jonas Kiß
Ruft die Nutzer von YouTube dazu auf, sich über die Urheberrechtsreform und mögliche Konsequenzen zu informieren: Susan Wojcicki (Bild: Google)

Am 12. September 2018 votierte eine Mehrheit im EU-Parlament für die Reform des Urheberrechts. Dadurch sollen Technologiekonzerne und die sogenannten User-Uploaded-Content-Plattformen wie YouTube in Hinblick auf die Lizenzierung von Inhalten und die Vergütung von Kreativschaffenden stärker in die Verantwortung genommen werden.

Nun rief YouTube-Chefin Susan Wojcicki die Anbieter von Videoinhalten auf der Google-Plattform dazu auf, in der Debatte um die EU-Urheberrechtsreform gegen mögliche Konsequenzen zu protestieren, wie sie der Artikel 13 des Gesetzesvorschlags vorsieht.

In ihrem vierteljährlichen Brief an die Autoren von YouTube schrieb Wojcicki am 22. Oktober: "Artikel 13 in seiner jetzigen Fassung könnte Millionen von Menschen - von Creatorn wie euch bis hin zu alltäglichen Nutzern - daran hindern, Inhalte auf Plattformen wie YouTube hochzuladen."

Außerdem könne die Gesetzesänderung "Nutzer in der EU daran hindern, Inhalte anzusehen, die bereits auf den Kanälen von Creatorn überall verfügbar sind".

Wojcicki warnt davor, dass der Artikel 13 "Hunderttausende Jobs von europäischen Autoren, Firmen, Künstlern sowie deren Angestellten gefährden würde".

Die Warnung richte sich in erster Linie an kleinere Unternehmen, denn durch drohende Haftungsfragen könne es für die Onlinedienste zu riskant werden, auch kleinere Anbieter von Inhalten ihr Material hochladen zu lassen. "Der Vorschlag könnte Plattformen wie YouTube zwingen, nur Inhalte von einer Handvoll großer Unternehmen zuzulassen", so Wojcicki weiter.

Aktuell befindet sich die EU-Urheberrechtsnovelle in der Phase der Trilog-Verhandlungen. Dort beraten die drei Hauptorgane der EU - das Parlament, der Rat und die Kommission - über eine finale Version der Reform, um dann anschließend im Parlament über die Verabschiedung des Gesetztes in den EU-Mitgliedsstaaten abzustimmen.