Kino

Artur Brauner mit Carl Laemmle Ehrenpreis ausgezeichnet

Anlässlich seines 100. Geburtstags am 1. August hatte die Jury des 2017 ins Leben gerufenen Carl Laemmle Produzentenpreises Artur Brauner den Ehrenpreis zugesprochen. Dieser wurde gestern überreicht.

12.10.2018 11:12 • von Jochen Müller
Artur Brauner mit dem Carl Laemmle Ehrenpreis (Bild: privat)

Verspätetes Geburtstagsgeschenk für Produzentenlegende Artur Brauner|U: aus den Händen von Alexander Thies|U, Vorsitzender der Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen, erhielt Brauner gestern den Carl Laemmle Ehrenpreis, der ihm anlässlich seines 100. Geburtstags am 1. August zugesprochen worden war (wir berichteten).

Die Jury des 2017 ins Leben gerufenen Carl Laemmle Produzentenpreises unter dem Vorsitz des Constantin-Vorstandsvorsitzenden Martin Moszkowicz|U würdigte mit der Auszeichnung Brauners "Verdienste um die deutsche Produzentenwirtschaft, seine filmische Aufarbeitung des Holocausts und sein eindrucksvolles Gesamtwirken als Produzentenpersönlichkeit".

In seiner Laudatio erklärte Alexander Thies: "Wie Sie, lieber Artur Brauner, war Carl Laemmle Jude und wie Sie hat er sein Glück nicht in dem Land gemacht, in dem er geboren wurde, sondern in den USA, in die er 1884 aus Laupheim in Oberschwaben eingewandert ist. Wie Sie hat Carl Laemmle ein Filmstudio gegründet, 1912 nämlich, die Universal Film Manufacturing Company, aus der die Universal Studios geworden sind. Deshalb gilt Carl Laemmle als 'Erfinder Hollywoods'. Sie dagegen haben nicht Hollywood gegründet - das gab es ja schon -, sondern die CCC Studios, die sich vor siebzig Jahren zum 'Hollywood Berlins' entwickelt haben. Und wie Sie hat Carl Laemmle nicht nur beim Publikum höchst erfolgreiche Unterhaltungsfilme produziert, sondern auch anspruchsvolle Filmwerke mit einem Anliegen und einer klar humanistischen Haltung - Stichwort 'Im Westen nichts Neues'. Schließlich hat Carl Laemmle über den Tellerrand des Filmproduzenten hinausgeschaut und seinen Einfluss und seine Reputation genutzt, um hunderten Juden die Ausreise aus Nazi-Deutschland zu ermöglichen und ihnen damit das Leben zu retten. Auch für Sie als Holocaust-Überlebenden ist Nazi-Deutschland zentrales Thema Ihrer Arbeit und Ihres Engagements. Nicht zuletzt durch Ihre Artur Brauner Stiftung 'zur Förderung der Verständigung zwischen Juden und Christen sowie der Toleranz zwischen den Menschen überhaupt' helfen Sie mit, dass dieses schwärzeste Kapitel unserer Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, sondern die Erinnerung daran auch künftigen Generationen zur Mahnung erhalten bleibt."

Sichtlich stolz, mit diesem nach seinem großen Vorbild benannten Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet zu werden, bedankte sich Brauner bei der Jury sowie der Produzentenallianz und der Stadt Laupheim, die den Preis ins Leben gerufen hatte. Er lobte die Arbeit der Produzentenallianz und stellte die Bedeutung einer starken Interessensvertretung für Produzenten heraus, die es zu seiner Zeit noch nicht gegeben habe.