Kino

FFA analysiert Topfilme

Die Detailbetrachtung der erfolgreichsten Titel des ersten Halbjahres unterstreicht noch einmal deutlich, wie sehr sich der deutsche Film gegen den Trend gestemmt hat.

12.09.2018 12:08 • von Marc Mensch
Liebling der jüngsten Kinogänger: "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft" (Bild: Sony Pictures)

Wenige Wochen, bevor ein bislang leider ebenfalls enttäuschendes drittes Quartal zu Ende geht, hat die FFA ihre jährliche Studie zu den 25 Top-Titeln des ersten Halbjahres vorgelegt. Dabei zeigt sich: Obwohl diese im Vergleich zu 2017 rund 4,5 Mio. Besucher verloren haben, standen sie mit 31,2 Mio. verkauften Tickets sogar für einen minimal höheren Anteil (62,01 Prozent) an den Gesamtzuschauern als im Vorjahr (61,21 Prozent).

Darüber, wie schlecht das erste Halbjahr insgesamt verlief, muss man an dieser Stelle wohl keine großen Worte mehr verlieren. Der deutsche Film rechtfertigt indes noch einen genaueren Blick auf die Zahlen. Denn obwohl 2017 wie auch 2018 jeweils vier deutsche (Ko-)Produktionen zu den 25 stärksten Filmen des ersten Halbjahres zählten, wurden für jene der ersten sechs Monate 2018 ganze 1,6 Mio. mehr Tickets verkauft - insgesamt sahen in diesem Zeitraum gut 5,2 Mio. Besucher deutsche Filme. Ein deutscher Film war es auch, der den höchsten Anteil an Zehn- bis 15-Jährigen erzielte: "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft" verdankte ganze 38 Prozent seiner Besucher dieser Zielgruppe. Ausgesprochener Best-Ager-Liebling war hingegen "Die Verlegerin", für den ganze 64 Prozent der Tickets an die Generation 50+ gingen. Als besonders ausgewogen in seiner Altersstruktur benennt die FFA "Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer" mit Anteilen von 16 Prozent bei den jüngsten (Gesamtschnitt: elf Prozent) und 34 Prozent bei den ältesten (Gesamtschnitt: 29 Prozent) Kinogängern.

Wer Disney-Filme sehen wollte, musste im ersten Halbjahr oft besonders tief in die Tasche greifen. Kein Wunder, traf bei "Star Wars: Die letzten Jedi" (11,43 Euro), "Avengers: Infinity War" (11,23 Euro) und "Solo: A Star Wars Story" (11,03 Euro) doch Überlänge auf 3D. Was den Verzehr anbelangt, rangieren diese Filme zwar "nur" im (oberen) Mittelfeld, aber auch in dieser Disziplin setzte Disney eine Bestmarke: "Coco - Lebendiger als das Leben!" generierte mit 7,27 Euro den höchsten Durchschnittsverzehr pro Kinobesuch. Am Ende dieser Skala rangierte mit 2,47 Euro "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri". Allerdings kann sich der Arthouse-Hit rühmen, bestbewerteter Film im ersten Halbjahr zu sein. Das Publikum zückte die Note 1,32; knapp dahinter folgte "Wunder" mit 1,35. So wirklich schlecht bewertet wurde - was nicht wirklich überrascht - keiner der 25 populärsten Filme, am kritischsten zeigte sich das Publikum noch über "Tomb Raider", der im Schnitt die Note 1,85 verpasst bekam.