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ARD und Produzentenallianz ergänzen gemeinsame Leitlinien

Die von ARD und Produzentenallianz 2013 vereinbarten Leitlinien sind um eine Passage gegen sexuelle Gewalt, Missbrauch und sexualisierte Belästigung erweitert worden, die künftig in alle Produktionsverträge Eingang finden wird.

10.07.2018 14:45 • von Jochen Müller
Karola Wille, Intendantin des MDR und Filmintendantin der ARD (Bild: MDR/Martin Jehnichen)

Im Hinblick auf die öffentliche MeToo-Debatte haben ARD und Produzentenallianz ihre 2013 vereinbarten Leitlinien um eine Passage gegen sexuelle Gewalt, Missbrauch und sexualisierte Belästigung ergänzt, die künftig in alle Produktionsverträge Eingang finden wird. Wörtlich heißt es dort: "Die ARD-Landesrundfunkanstalten und die Produzenten werden jeglicher Form von sexueller Gewalt, Missbrauch und sexualisierter Belästigung entgegenwirken und jeweils erforderliche Maßnahmen zum Schutz Betroffener sowie zur Aufarbeitung und Prävention sicherstellen."

Beide Seiten haben zugesichert, begründete Verdachtsmomente umgehend prüfen zu wollen, um im Einzelfall "erforderliche und angemessene Maßnahmen zum Schutz Betroffener" ergreifen zu können.

MDR-Intendantin und ARD-Filmintendantin Karola Wille: "Die Ergänzung der Leitlinien und die neue Klausel für die Produktionsverträge unterstreichen unsere gemeinsame Überzeugung, dass es für Sexismus in unserer Branche keinerlei Toleranz geben darf."

Auch der Vorsitzende der Produzentenallianz, Alexander Thies, begrüßt die Erweiterung der gemeinsamen Leitlinien und deren Berücksichtigung in den Produktionsverträgen, denn: "Sie schaffen Sicherheit im Umgang mit dieser Thematik für die Beteiligten. Denn wir sind alle an der Kreation und Produktion von bestem Programm interessiert - dazu ist ein respektvoller und vertrauensvoller Umgang miteinander essenziell. Die Regelung sollte Vorbild für alle sein, die sich dieser Initiative noch nicht konkret angeschlossen haben - zu unser aller Wohl."

Wie berichtet, war Ende Mai ein Trägerverein für eine unabhängige Vertrauensstelle für von sexueller Gewalt Betroffene aus der gesamten Kreativbranche gegründet worden, dem auch die ARD und die Produzentenallianz angehören.