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Zweite Drehbuchwerkstatt von ARD und VDD

Die Abbildung von Vielfalt und der gesellschaftlichen Realität stand im Zentrum der gemeinsamen Veranstaltung, bei der Volker Herres an die Autoren appellierte, nicht die Drehbücher für formatiertes Fernsehen zu vernachlässigen.

06.07.2018 16:00 • von Frank Heine
Volker Herres (Bild: ARD)

Auf Einladung von ARD-Filmintendantin Karola Wille und Fernsehfilmkoordinator Jörg Schönenborn fand in München die zweite ARD-Drehbuchwerkstatt statt. Rund 80 Teilnehmer folgten der Einladung. Bei der ARD wertet man die von der Degeto unterstützte Veranstaltung als Engagement, sich mit den "kreativen Partnern intensiv und auf Augenhöhe auszutauschen". Schwerpunkthema war die Abbildung von Vielfalt und der gesellschaftlichen Realität in Filmen und Serien.

"Fiktionale Angebote wirken besonders stark und deshalb braucht gute Fiktion Geschichten, in denen Frauen, Männer und Kinder aller Milieus und jeden Alters sich und ihr Leben in dessen ganzer Vielfalt wiedererkennen können", äußerte sich Karola Wille. "Der Bewusstseinswandel, der für das Thema Diversität in seiner ganzen Breite notwendig ist, ist spürbar und ein wichtiger erster Schritt. Konkrete Fragen der Umsetzung sind nun ein weiterer. Deswegen ist es für uns wichtig, den Dialog hier noch einmal zu intensivieren", so die Intendantin des MDR weiter. Die Thematik wurde in vier Arbeitsgruppen in den Bereichen Transmediales Erzählen und neue Formate, Serie, Genre- und Fernsehfilm sowie Reihen und Events vertieft.

Der geschäftsführende Vorstand des Verbands Deutscher Drehbuchautoren, Sebastian Andrae, betonte: "Der Dialog mit den Redaktionen, der in der ARD-Werkstatt begonnen wurde, bietet die Chance, uns gemeinsam auf neue erzählerische Wege zu wagen. Es gibt nicht mehr 'den Zuschauer': Drehbuchautorinnen und -autoren mehr Freiheiten zu gewähren, heißt auch, der Freiheit unserer Gesellschaft Widerhall zu geben."

ARD-Progammdirektor Volker Herres hob die besondere Bedeutung der Autoren hervor, ohne die es "weder gute Geschichten, noch Figuren und Dialoge" gäbe. Herres brach aber auch eine Lanze für Drehbücher für formatiertes Fernsehen nicht zu vernachlässigen: "Wir brauchen Woche für Woche gute und gut erzählte Geschichten für Sendeplätze am Vorabend wie am Hauptabend und dafür ist ebenso exzellentes Handwerk gefragt, wie bei außergewöhnlichen Eventfilmen."