Kino

FFF bilanziert höchste Fördersumme seit Gründung

An seinem letzten Arbeitstag als Geschäftsführer des FFF Bayern konnte Klaus Schaefer noch einmal mit großartigen Zahlen aufwarten: 2017 reichte der FFF die höchste Fördersumme seit seiner Gründung aus. Nicht minder beeindruckend fiel das Resultat für FFF-geförderte Filme im vergangenen Jahr aus.

31.01.2018 18:31 • von Jochen Müller
Als quasi letzte offizielle Amtshandlung konnte Klaus Schaefer die symbolischen Rückzahlungsschecks für Produktions- und Verleihförderung des besucherstärksten Films 2017 entgegennehmen (Bild: Kurt Krieger)

An seinem letzten Arbeitstag als Geschäftsführer des FFF Bayern konnte Klaus Schaefer noch einmal mit großartigen Zahlen aufwarten: 2017 reichte der FFF die höchste Fördersumme seit seiner Gründung aus. Dank einer Erhöhung der Mittel durch den Freistaat Bayern sowie dem ZDF und einer erstmaligen Beteiligung von Sky - zu deren Verlängerung man laut Schaefer bereits in "guten Gesprächen" stünde - stieg die Gesamtfördersumme gegenüber 2016 nochmals um rund zwei Mio. Euro - auf insgesamt 39,5 Mio. Euro inklusive der Mittel des Bayerischen Bankenfonds (gut 450.000) und der Computec Media Förderung (200.000 Euro), die auf 346 Projekte verteilt wurden.

Zahlen, die die Branche mit dem gebührenden Applaus quittierte. Im Zentrum des traditionellen Presselunchs stand aber natürlich Klaus Schaefer selbst, der nach 22 Jahren in Diensten des FFF Bayern mit dem heutigen Tag seine Tätigkeit für den Länderförderer beendete und das Amt an seine Nachfolgerin Carolin Kerschbaumer übergab. Er wurde mit minutenlangen Standing Ovations verabschiedet.

Zuvor hatte ihm noch Staatssekretär Franz Josef Pschierer den Dank der bayerischen Staatsregierung übermittelt. Ohne Klaus Schaefer "wäre der FFF nicht zu dem geworden, was er heute ist". Pschierer lobte dabei nicht zuletzt die Teamplayer-Qualitäten Schaefers, der gemeinsam mit Gabriele Pfennigsdorf die Mannschaft des Förderers zu einer wahren Familie zusammengeschweißt habe.

Dass es nicht Wirtschaftsministerin Ilse Aigner selbst war, die diese Dankesworte übermittelte, ist erwartungsgemäß den laufenden Koalitionsgesprächen geschuldet. Und Pschierers Bemerkungen ließen tief blicken, was die Stimmung dort anbelangt. "Alleine beim Begriff GroKo-Verhandlungen wird einem nicht unbedingt warm um's Herz" stellte er fest, um anschließend zu konstatieren, dass es sich beileibe nicht um eine "Liebesheirat" handele, sondern "bestenfalls um eine Vernunftehe mit getrennten Schlafzimmern".

Immerhin: In Sachen Filmpolitik könnte es doch die eine oder andere fruchtbare Übereinkunft geben - und zumindest für Bayern konnte Pschierer versprechen, dass sich sein Haus weiterhin für die Belange der Branche einsetzen werde. Dabei machte er auch noch eine Position klar, bei der (auch wenn er dies nicht explizit erwähnte) die CSU vor allem in Reihen der Unionspartner noch Überzeugungsarbeit leisten muss. Hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Standortförderung habe man in Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf. Hier müsse in Berlin nachgesteuert werden. Ein klares Plädoyer für ein steuerbasiertes Anreizsystem, das über die aktuelle DFFF/GMPF-Gemengelage hinausreicht.

Nun aber zur Erfolgsbilanz für 2017:

Auch 2017 entfiel der Löwenanteil von rund 62,7 Prozent der reinen FFF-Mittel (gut 38,8 Mio. Euro) auf die Produktionsförderung für insgesamt 50 Kinofilme, für die knapp 24,4 Mio. Euro flossen. Rund 8,6 Mio. Euro dieser Summe wurden für die Förderung internationaler Koproduktionen aufgewandt. Unter diesen internationalen Projekten sind vier, bei denen Line Producer mit insgesamt 566.000 Euro unterstützt wurden: "Power Rangers", "Transformers: The Last Knight", "Summer of George" und "Black Panther". Mit je zwei Mio. Euro förderte der FFF Bayern zudem vier große internationale Koproduktionen, die überwiegend in Bayern gedreht bzw. realisiert werden: "Guns Akimbo", "Dragon Rider", "Resistance" sowie "Fear of Flying". Naturgemäß fällt der Regionaleffekt im internationalen Bereich besonders hoch aus: Er lag bei 489 Prozent bei der Line-Producer-Förderung und bei 302 Prozent bei der Produktionsförderung für internationale Koproduktionen. Aber auch der Bayerneffekt für rein deutsche Kinofilme (inkl. Dokumentationen) kann sich mit 278 Prozent sehen lassen.

Mit großem Stolz durfte Klaus Schaefer auch nicht zuletzt auf das Abschneiden FFF-geförderter Kinofilme im vergangenen Jahr verweisen. Bei vorläufig bilanzierten 25,6 Mio. Besuchern für deutsche Filme konnten die FFF-geförderten Titel rund 23 Mio. Besucher erreichen. Ein laut Schaefer "toller Wert", den er aber ausdrücklich nicht alleine für seine Institution in Anspruch nehmen wollte - auch die anderen jeweils beteiligten Förderinstitutionen könnten sich mit etlichen der Besuchererfolge schmücken. Glanzstück im FFF-Portfolio war natürlich der besucherstärkste Film des vergangenen Jahres, "Fack Ju Göhte 3", dessen Produktions- und Verleihförderung vor Ort per symbolischer Scheckübergabe zurückgezahlt wurde. Auch der zweitstärkste deutsche Film 2017 kam mit bayerischer Förderunterstützung auf die Leinwände: "Bullyparade - Der Film". "Ostwind - Aufbruch nach Ora" avancierte ebenso zum Besuchermillionär, wie auch (wenn auch erst 2018) "Dieses bescheuerte Herz", der gerade auf die zweite Million zustrebt, und "Bibi & Tina - Tohuwabohu total", der mit FFF-Verleihförderung in die Kinos kam. Zwar kein Besuchermillionär, aber dennoch ein Megahit: "Grießnockerlaffäre", der seine gut 830.000 Besucher nahezu alleine in Bayern einfuhr.

Im Fernsehbereich flossen knapp fünf Mio. Euro für 17 Projekte, darunter vier Serien. Stärkster FFF-geförderter TV-Film des Jahres war "Katharina Luther" mit 7,28 Mio. Zuschauern in der ARD. Erstmals förderte der FFF 2017 zudem Webserien und Filmprojekte für Virtual Reality. Ein Meilenstein wurde bei der Gamesförderung gesetzt: Diese ist dank der Notifizierung durch die EU von der De-Minimis-Regelung befreit. Dank der Unterstützung durch Sky konnte wiederum die Fördersumme für den Nachwuchsfilm gegenüber dem Vorjahr erhöht werden: Auf rund 2,3 Mio. Euro, mit denen 31 Projekte unterstützt wurden.

Auch als Drehort erwies sich Bayern 2017 als besonders attraktiv: Die Zahl der Drehtage hat sich von 2684 im Jahr 2016 auf zuletzt 3716 erhöht. Besonders deutlich fiel der Anstieg in der Landeshauptstadt aus, wo sich die Zahl von 1152 auf 2193 nahezu verdoppelte. Eine Entwicklung, die laut FFF vor allem auf die Gründung des Münchner Servicebüros Film vor zwei Jahren zurückzuführen ist.

Die bayerischen Filmtheater konnten sich 2017 über diverse Wohltaten freuen: Die Kinoprogrammprämien wurden um 15.000 Euro auf 380.000 Euro erhöht, die Zuschussquote von 25 Prozent bei der Förderung von Investitionen und Modernisierungen war die höchste seit zehn Jahren. Insgesamt flossen im vergangenen Jahr knapp 868.000 Euro für die Kinos im Freistaat.