Kino

Universal hat viel zu feiern

Die goldenen Bogeys stehen in diesem Jahr bislang ganz im Zeichen von Universal. Gleich drei der begehrten Statuen konnten in Köln an den Frankfurter Major überreicht werden - und die nächsten großen Dinge werfen ihre Schatten voraus.

09.08.2017 07:53 • von Jochen Müller
Blickpunkt:Film-Chefredakteur Ulrich Höcherl (re.) überreichte nicht ein, nicht zwei, sondern gleich drei goldene Bogeys an Paul Steinschulte (Bild: Dirk Dobiey/MMmedia )

Sieben Filme. 4,7 Milliarden Boxoffice. So lautete der eindrucksvolle Track-Record von Illumination Entertainment bereits vor dem Start des jüngsten Hits Ich - Einfach unverbesserlich 3". Kein Wunder also, dass Universal diese grandiose Erfolgsgeschichte zum Start der Präsentation auf der Film-Messe Köln mit einem beschwingten Einspieler zur Musik von Sing" noch einmal Revue passieren ließ. Und auch aus rein deutscher Sicht gab es an diesem Nachmittag einiges zu feiern: Gleich drei goldene Bogeys, die für das Erreichen der Drei-Mio.-Besucher-Marke innerhalb von 30 Tagen vergeben werden, konnte Blickpunkt:Film-Chefredakteur Ulrich Höcherl an Universal-Chef Paul Steinschulte überreichen. Er ehrte damit den Erfolg der Blockbuster Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe", Fast & Furious 8" und eben "Ich - Einfach unverbesserlich 3", der nach wie vor auf klarem Kurs ist, als erster Film seit Star Wars: Das Erwachen der Macht" die Marke von vier Mio. Kinobesuchern zu knacken.

Schon mit dem ersten der in Köln präsentierten Neustarts zeigte sich das Bemühen von Universal, die Fachbesucher nicht einfach nur mit längst bekannten Eindrücken abzuspeisen. Die Trailer zum (herausragenden, Anm.d.Autors) Action-Thriller Atomic Blonde" sollte mittlerweile jeder gesehen haben, ohnehin starten die Previews schon am 13. August - und damit ungewöhnlich lange 11 Tage vor dem offiziellen Start. Um dennoch gebührend auf das Highlight einzustimmen, gewährte Universal einen Blick hinter die Kulissen der schillernden Deutschlandpremiere im Theater am Potsdamer Platz.

Erstmals in deutscher Synchronisation lockten eine längere Promorolle zu Victoria & Abdul", der von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen der britischen Regentin und einem indischen Diener erzählt. Eine Rolle, die Dame Judi Dench quasi auf den Leib geschneidert ist. Ebenfalls auf einer wahren Geschichte basiert Barry Seal - Only in America", in dem Tom Cruise einen waghalsigen Piloten mimt, der von der CIA für Missionen am Rande der Legalität engagiert wird - und der im Laufe seiner Tätigkeit für Uncle Sam auch "Geschäftsverbindungen" zum legendären Drogenbaron Pablo Escobar knüpfte. Auch hier wurde eine lange Promo erstmals in deutscher Sprache gezeigt, zudem laufen beide Filme in voller Länge auf der Messe.

Ein echtes Unikat im Horrorgenre ist Blumhouse Productions. Um den Erfolg der Produktionsfirma von Jason Blum gebührend zu würdigen, genügt es im Grunde, einige der vergangenen Hits aufzuzählen: Egal ob die "The Purge"-Reihe, Split" oder Get Out" - Blumhouse beweist, dass auch im vermeintlich ausgelutschten Horror-Genre noch echte Innovationen möglich sind. So auch bei "Happy Deathday", der quasi die Und täglich grüßt das Murmeltier"-Version eines Thrillers darstellt. Die grundsätzliche Prämisse: Eine junge Frau erlebt den Tag ihrer Ermordung wieder und wieder - und versucht verzweifelt, dem Täter auf die Spur zu kommen. Der Trailer kam beim Fachpublikum bestens an.

Zu den positiven Überraschungen im US-Kinosommer zählte die Komödie Girls Trip", in der vier Frauen einmal so richtig auf den Putz hauen wollen - mit irrwitzigen Konsequenzen. Gezeigt wurde der erste deutsche Trailer. Frisch aus Barcelona kam eine längere, packende Promo zum Thriller "Schneemann" nach dem Bestseller von Joe Nesbo. Michael Fassbender jagt darin einen grausamen Serienmörder, der ein perfides Spiel mit dem Ermittler treibt. Ihre Deutschlandpremiere feierte im Cinedom auch eine erste, überzeugende Promo zum Historiendrama Churchill - Die dunkelste Stunde" von Joe Wright. Gary Oldman brilliert darin - das darf man wohl bereits jetzt behaupten - in der Rolle des legendären britischen Premiers.

Mit Jurassic World" gelang Regisseur Colin Trevorrow unlängst das Kunststück, eine fast 25 Jahre alte Franchise zu neuen Höhenflügen zu führen. Fast 1,7 Mrd. weltweites Boxoffice waren Argument genug, ihm Star Wars: Episode IX" anzuvertrauen. Zwischen diese beiden Megaprojekte steckte Trevorov allerdings noch ein persönliches Wunschprojekt: The Book of Henry" handelt von einem Wunderkind, das gemeinsam mit seiner alleinerziehenden Mutter versucht, die junge Nachbarin aus den Fängen des Missbrauchs durch ihren Stiefvater zu befreien - der zu allem Überfluss Polizeichef in dem beschaulichen Ort ist. Gezeigt wurde der erste Trailer.

Schon Pitch Perfect" war 2012 mit über einer Mio. Besucher ein Überraschungshit - das Sequel packte dann noch einmal eine ordentliche Schippe drauf. Jetzt kommt Pitch Perfect 3" - und die gezeigte Szene stand stellvertretend für das generelle Bemühen der Verleiher, in Köln wirklich exklusives Material zu präsentieren. Denn die lange, überaus beschwingte Szene hatte man auch auf internationalen Messen bislang noch nicht gesehen.

Noch hinter dem Berg hält Universal indes (global) mit Eindrücken aus "Jurassic World - Fallen Kingdom", das vom spanischen Ausnahmeregisseur Juan Antonio Bayona (The Impossible" und Sieben Minuten nach Mitternacht" brachen im Heimatland jeweils Rekorde) inszeniert wird. Eine Promo ohne Filmszenen reichte neben den oben genannten Boxoffice-Argumenten aber allemal, um neugierig auf den nächsten Ausflug ins Reich der Dinosaurier zu machen.

Den Schlusspunkt setzte man dann mit dem perfekt betitelten Sequel "Mamma Mia! Here we go again" - und einer Promo, die sich zwar beim Vorgänger bediente, aber doch bestens auf das Musical-Highlight 2018 einstimmte.