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Filesharing stört Familienfrieden

Nachdem das Oberlandesgericht (OLG) München bereits 2016 eine Entscheidung im Rechtsstreit um illegales Filesharing fällte, bestätigte der Bundesgerichtshof nun ein Urteil, wonach Eltern enweder die Namen ihrer Kinder nennen oder selbst haften müssen.

31.03.2017 10:35 • von Jonas Kiß
Löste den Rechtstreit aus: Das Album "Loud" von Rihanna (Bild: Universal Music)

Nachdem das Oberlandesgericht (OLG) München , bestätigte der Bundesgerichtshof nun dieses Urteil.

Demnach haften Eltern zumindest unter gewissen Bedingungen auch für ihre volljährigen Kinder, wenn die nicht-lizenzierte Uploads urheberrechtlich geschützter Songs über das heimische Netzwerk tätigen. Nun hat der Beschuldigte, über dessen Anschluss illegal Daten getauscht wurden, nach dem neuesten Urteil des BGH zwei Möglichkeiten, sich zu entlasten. Er kann laut BGH entweder "plausibel darlegen, welche anderen Personen Zugang hatten" - oder wird selbst schadensersatzpflichtig.

Ausgelöst wurde der Fall 2010, als das Album Loud" der Sängerin Rihanna über den Internetanschluss einer Familie aus dem Raum München zum Herunterladen angeboten wurde. Daraufhin verklagte Universal Music die Familie und schickte den Eltern ein Abmahnschreiben von insgesamt fast 3900 Euro. Das Ehepaar widersprach der Klage mit der Begründung, selbst nur an klassischer Musik interessiert zu sein, wollte aber die Namen der erwachsenen Kinder, die auch im Haushalt wohnen, nicht nennen.