Festival

Preise bei Jubiläums-Nonfiktionale vergeben

Die zehnte Nonfiktionale in Bad Aibling stand in diesem Jahr unter dem Motto "Dreiecksbeziehungen". Zum Abschluss des viertägigen Dokumentarfilmfestivals wurden drei Preise vergeben.

22.03.2017 08:54 • von Jochen Müller

Mit mehr als 1.900 Zuschauern konnte das viertägige Dokumentarfilmfestival Nonfiktionale in Bad Aibling einer Mitteilung der Veranstalter zufolge in diesem Jahr an dem Zuschauerrekord des Vorjahres anknüpfen. Gezeigt wurden zwölf Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die alle unter dem Motto Dreiecksbeziehungen standen.

Bei der Preisverleihung im Aibvision Filmtheater wurden zum Abschluss des Festivals zwei von der aus der ehemaligen ZDF/Arte-Redaktionsleiterin Anne Even und dem Kameramann und Autor Attila Boa vergebene Preis verliehen. Der mit 2.000 Euro dotierte Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling ging an Sauacker" von Tobias Müller. Zur Begründung sagt die Jury: "Wir zeichnen mit 'Sauacker' einen Film aus, der ganz und gar mit Tobias Müller, einem besonderen Nachwuchstalent, verbunden ist als Autor, Regisseur und Kameramann. Tobias Müller schafft es, dass wir sofort unverstellt teilhaben am Leben und dem harten Alltag einer dörflichen Bauernfamilie. Er scheut auch die Idylle nicht, ohne je abzugleiten in romantischen Kitsch. Die Kamera scheint verwachsen mit dem Autor. Über einen langen Zeitraum wird er zum Familienmitglied. Offen und vertrauensvoll teilen sie mit ihm ihre Gedanken, Träume, ihr Leid und ihre Ängste und geben uns damit die Möglichkeit, eine kleine Welt kennenzulernen, die stellvertretend stehen kann für viele gefährdete landwirtschaftliche Betriebe, nicht nur in Deutschland."

Den Avid-Schnittpreis für die beste Montage in Form der aktuellsten Media Composer Software erhielt Guido Krajewski für die Montage von "Losers and Winners" (Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken). "Der Schnittpreis der 10. Nonfiktionale Bad Aibling geht an Guido Krajewski für den Film 'Losers and Winners', dem die hohe Kunst gelungen ist, ein Mammutprojekt von anderthalb Jahren Drehzeit und mehr als 200 Stunden Material in eine bestechende Form zu bringen. Trotz der Sprachbarriere bleibt Zeit, vielen Protagonisten eine ganz persönliche Stimme zu geben und dabei lebendige Beobachtungen und Details klug zusammenzuführen. Ein menschliches Bild für ein globales Thema. Auch elf Jahre nach der Fertigstellung ist der Film für uns ein brillantes Beispiel für einen zeitlosen Schnitt", so die Begründung der Jury.

Darüber hinaus hat eine dreiköpfige Schülerjury den mit 750 Euro dotierten, von Bad Aiblinger Bürgern gestifteten, Bürgerpreis an Sinisa Vidovic' "Korida" vergeben. Hierzu heißt es in der Jurybegründung: "Der bosnische Stierkampf, die Korida, ist jenseits der Landesgrenzen wenig bekannt. Umso spannender ist die Begegnung mit dem Thema. Beim Stierkampf, der in beeindruckenden Bildern präsentiert wird, kommen Serben, Kroaten und Bosniaken friedlich zusammen, um diesem Schauspiel beizuwohnen. Dem Film 'Korida' gelingt es, verschiedene Ebenen geschickt miteinander zu verweben und zeigt dem Zuschauer über das Vehikel Stierkampf die gesellschaftliche und politische Realität Bosniens. Trotz der unauflösbar scheinenden politischen Situation gelingt es Regisseur Sinisa Vidovic, den dramaturgischen Bogen zu einem Ende zu führen und gleichzeitig ein komplexes Bild zu erschaffen. Verstärkt werden die imposanten Aufnahmen durch die Auswahl der Musik."