Kino

Forderung nach konkurrenzfähiger Filmförderung

Die Film- und Medienbranche Mecklenburg-Vorpommerns hat heute ein Positionspapier zur Weiterentwicklung der Film- und Medienförderung vorgestellt. Eine zentrale Forderung ist jene nach Schaffung einer einheitlichen Förderinstitution, die mit jährlich mindestens 1,5 Mio. Euro ausgestattet sein soll.

04.08.2016 17:17 • von Marc Mensch
Roland Possehl, Sabine Matthiesen, Volker Kufahl und Olaf Jacobs bei der Vorstellung des Positionspapiers (Bild: Max-Peter Heyne)

Vertreter der für Film und Medien zuständigen Institutionen und Verbände im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern haben am heutigen Donnerstag bei einer Sonder-Landespressekonferenz im Schweriner Schloss ihr gemeinsames Positionspapier zur Weiterentwicklung der Film- und Medienförderung in diesem Bundesland der Öffentlichkeit vorgestellt.

In dem dreiseitigen Papier setzen sich die Initiatoren Roland Possehl (Vorstand Berufsverband der Film- und Medienproduzenten MV), Olaf Jacobs (Geschäftsführer Hoferichter & Jacobs Film- und Fernsehproduktion GmbH), Sabine Matthiesen (Leiterin Kulturelle Filmförderung MV) und Volker Kufahl (Geschäftsführer FilmLand MV gGmbH), auch stellvertretend für ihre Verbände dafür ein, eine konkurrenzfähige, zu anderen Regionen kompatible und dem Land angemessene Film- und Medienförderung zu etablieren.

Ziel der Initiative ist laut einer Pressemitteilung, die Film- und Medienstruktur des Landes "weiter nachhaltig zu entwickeln, zukunftsorientierte Arbeitsplätze in dieser Branche zu schaffen sowie einheimischen Produzenten und Kreativen einen besseren Zugang zu Fördermitteln auf nationaler und europäischer Ebene zu ermöglichen".

Dazu wird in dem Papier die Vergabe erfolgsbedingt rückzahlbarer Darlehen für die Entwicklung und Herstellung audiovisueller Medien vorgeschlagen. Der Regionaleffekt solle dabei mindestens 100 Prozent betragen. Mit anderen Worten: Jeder Fördereuro müsse entsprechende Ausgaben in Mecklenburg-Vorpommern nach sich ziehen. Ausnahmen sollten demnach aber für Nachwuchsprojekte angedacht werden, sofern die "Schlüsselpositionen" aus dem Land kämen. Bei den Förderentscheidungen sollten wiederum nach dem Vorbild anderer Länderförderer sowohl filmwirtschaftliche als auch kulturelle Aspekte berücksichtigt werden.

Analog zu anderen Bundesländern raten die Initiatoren zur Gründung einer Fördergesellschaft als zentraler Ansprechpartnerin für Politik und Branche, in der perspektivisch die Filmland MV gGmbH sowie der Mecklenburg-Vorpommern Film e.V. aufgehen könnten. Das Land Mecklenburg-Vorpommern solle sich als Mehrheitsgesellschafter beteiligen, als weitere Partner sollten entsprechend der "positiven Erfahrungen in vielen anderen Bundesländern" der NDR, das ZDF und die Medienanstalt gewonnen werden.

Um nachhaltige Effekte für die Film- und Medienproduktion zu generieren, halten die Unterzeichner des Positionspapiers ein jährliches Fördervolumen in Höhe von mindestens 1,5 Mio. Euro für notwendig. Darin aufgehen könnten nach ihrer Ansicht die bisher für die kulturelle Filmförderung zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 215.000 Euro.

An der Erarbeitung des Papiers beteiligt waren neben den Unterzeichnern Marco Voß (Film Commission MV) und Katja Pilgrim (Geschäftsführerin Berufsverband der Film- und Medienproduzenten MV). Weitere Impulse kamen von Reik Möller (Wild Bunch) und Arne Sommer (Leiter Filmwerkstatt Kiel).

Das Positionspapier finden Sie in voller Länge an dieser Stelle.