Kino

"Star Wars": Die Nummer 1 und die Folgen

Am 20. Tag der Auswertung hat "Star Wars: Das Erwachen der Macht" das Unglaubliche geschafft und "Avatar - Aufbruch nach Pandora" mit nunmehr mehr als 760 Mio. Dollar Einspiel als umsatzstärksten Film aller Zeiten am nordamerikanischen Kinoboxoffice abgelöst. Der Erfolg wird die Branche grundlegend verändern. Eine Anaylse.

07.01.2016 08:08 • von Thomas Schultze
Hollywood hat aus teuren Enttäuschungen wie "Lone Ranger" gelernt (Bild: Walt Disney)

Anachronistisch muten die Unkenrufe der letzten Jahre an, die bei jedem misslungenen Big-Budget-Versuch der Studios ("Lone Ranger", "John Carter", "Battleship") anhoben und das Ende Hollywoods prophezeiten. Natürlich werden nach "Star Wars: Das Erwachen der Macht" die Risiken nicht geringer. Aber die Aussichten, in bislang völlig ungeahnte neue Boxoffice-Sphären vorstoßen zu können, wird das Franchise-Geschäft noch weiter beschleunigen. Weil auch die Erkenntnis herrscht, dass die Marke "Star Wars" nicht allein für den Erfolg zuständig ist. Tatsächlich haben Verleiher und Kinos seit den Tagen von "Herr der Ringe" gelernt, die Auswertungsmöglichkeiten zu optimieren. Die großen Filme drängen sich nicht mehr allein um wenige traditionell starke Starttermine im Sommer, an Thanksgiving und um Weihnachten, sondern werden gleichmäßig über das gesamte Jahr ausgewertet. Und man hat gelernt, dass nicht mehr der einst tradierte "Krieg der Sterne"-Starttermin Ende Mai am Memorial-Day-Weekend der beste Termin des Jahres ist, sondern das Wochenende vor Weihnachten. An diesem Wochenende sind "Titanic" und "Avatar" gestartet und jetzt auch "Das Erwachen der Macht", der Film, der seinen Urschöpfer widerlegt hat, der noch vor ein paar Jahren prohpezeite, dass Hollywood auf eine Klippe zusteuere, wenn es sein Blockbuster-Denken beibehält. George Lucas hatte unrecht. Die goldene Zeit des Kinos liegt vor uns. Auch wenn nicht alle profitieren werden können von den neuen Spielregeln.     Thomas Schultze