Kino

FFA nimmt deutschen Film und 3D-Produktionen unter die Lupe

Zwei neue Studien der FFA bieten interessante Details zur anhaltenden Stärke des deutschen Films - und zu einer zuletzt vergleichsweise stark gesunkenen Begeisterung für 3D-Filme.

17.07.2015 12:53 • von Marc Mensch
Deutscher Besucherliebling 2014: "Der Medicus" (Bild: Universal)

Mit den beiden Studien Kinobesucher deutscher Filme 2014 und Kinobesucher von 3D-Filmen 2014 ergänzt die FFA das vorliegende Datenmaterial zum letztjährigen Kinomarkt um weitere interessante Details. Beide Analysen stehen ergänzend zu der bereits im Mai veröffentlichten Studie Der Kinobesucher 2014 und basieren wie diese auf Auswertungen des Individualpanels Media*Scope der GfK, das 25.000 Teilnehmer umfasst und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 10 Jahren steht.

Bekanntermaßen sorgte der deutsche Film 2014 für Lichtblicke in einem ansonsten eher enttäuschenden Jahr, bei dem am Ende Umsatzeinbußen gegenüber 2013 in Höhe von rund vier Prozent zu Buche standen. Denn während der mit internationalen Produktionen generierte Umsatz gegenüber dem Vorjahr um gut fünf Prozent sank, spülten deutsche Filme rund 1,6 Prozent mehr in die Kassen, der gesamte Ticketumsatz mit deutschen (Ko-)Produktionen stieg von rund 246 auf rund 250 Mio. Euro. Im Schnitt kostete die Kinokarte für einen deutschen Film im vergangenen Jahr 7,37 Euro. Trotz einer Steigerung um rund drei Prozent lag dieser Wert um 68 Cent unter dem Durchschnittspreis im Gesamtmarkt, was nicht zuletzt der geringen Rolle von 3D bei deutschen Produktionen geschuldet ist.

Bei einer Besuchsintensität von 2,1 Besuchen pro Kopf konnten sich deutsche Filme 2014 auf eine konstante Reichweite von 24 Prozent und 16,3 Mio. Einzelbesuchern stützen. Dabei sprachen deutsche Filme im Vergleich zum Gesamtmarkt ein überdurchschnittlich altes Publikum an: 35 Prozent aller für deutsche Filme verkauften Tickets wurden demnach von Besuchern aus der Altersgruppe 50+ gelöst - und mit 2,3 Besuchen pro Kopf haben die über 60-Jährigen laut FFA am häufigsten einen deutschen Film im Kino gesehen. Grundsätzlich lockten deutsche Filme erneut vor allem sporadische Kinogänger mit maximal drei Kinobesuchen pro Jahr vor die Leinwände.

Insgesamt generierten acht deutsche Produktionen (inklusive einiger Starts aus 2013) im vergangenen Jahr mindestens eine Mio. Besucher, am erfolgreichsten schlug sich die Bestselleradaption "Der Medicus", die alleine 2014 rund 2,6 Mio. Deutsche in die Kinos zog. Generell stellen Komödien aber nach wie vor das populärste Genre bei deutschen Filmen dar. Was die Bewertung des Publikums betrifft, stehen deutsche Filme mit einer Gesamtnote von 1,62 ihren internationalen Kollegen in Nichts nach. 42 Prozent der deutschen Filme wurden 2014 mit "hervorragend" bewertet, jede zweite deutsche Produktion erhielt die Bewertung "gut". Der Besetzung kommt bei der Entscheidung für einen Kinobesuch dabei eine besonders starke Rolle zu - so waren die Schauspieler für 18 Prozent der Besucher ein entscheidendes Kriterium. Zum Vergleich: Bei internationalen Produktionen lag der Wert bei nur elf Prozent.

Gegenüber internationalen Filmen zeigen deutsche Produktionen auch etwas größere Langläuferqualitäten. Zwar ist auch hier die Startwoche entscheidend, in der 30 Prozent aller Besuche für die deutschen Filme innerhalb der Top-75-Titel 2014 erfolgten (bei internationalen Filmen sind es sogar 34 Prozent). Allerdings entfielen jeweils sieben Prozent der Besuche auf die Wochen neu bis zwölf und 13 oder später. Bei internationalen Filmen waren es jeweils nur drei Prozent.

Weniger positiv als der Blick auf den deutschen Film fällt die FFA-Analyse der 3D-Produktionen 2014 aus. Nach den Rekordzahlen bei Besuch und Umsatz im Jahr 2013 zogen 3D-Filme laut GfK im Vorjahr nur noch 24 Mio. Besucher (2013: 28 Mio.) in die deutschen Kino - und somit 14 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit einher ging ein Umsatzeinbruch von rund elf Prozent, während 2D-Filme (deutsche wie internationale) 2014 nur rund ein Prozent an Einbußen beim Ticketumsatz hinnehmen mussten. Dennoch spielten 3D-Filme auch 2014 eine wichtige Rolle für den Kinomarkt - immerhin entfielen auf diese 20 Prozent aller Kinobesuche - und sogar mehr als ein Viertel (26 Prozent) der Gesamtumsätze. Ein interessantes Detail: Die Rückgänge bei 3D zogen sich durch fast alle Altersgruppen - mit Ausnahme der Zehn- bis 19-Jährigen. Generell sprachen 3D-Filme im Vergleich zum Gesamtmarkt erneut ein jüngeres sowie ein stärker männlich geprägtes Publikum an.

Wer sich einen 3D-Film ansah, war bereit, dafür noch tiefer in die Tasche zu greifen als 2013: So stieg der durchschnittliche 3D-Ticketpreis um rund vier Prozent auf 10,66 Euro. Als "Verkaufsargument" nimmt 3D eine vergleichsweise untergeordnete Rolle ein: So wurden laut FFA gerade einmal elf Prozent der 3D-Kinobesucher durch das 3D-Erlebnis zum Kinobesuch motiviert. Allerdings sahen sich 65 Prozent der 3D-Besucher des vergangenen Jahres tatsächlich nur den jeweiligen 3D-Film an. Generell zählen 3D-Besucher vorwiegend zu den sporadischen Kinogängern: Ihre Besuchsintensität von 2.0 liegt weniger als halb so hoch wie jene im Gesamtmarkt (4,5 Besuche tatsächlicher Kinogänger pro Jahr).

Beide FFA-Studien finden Sie hier.