Produktion

"Toy Story" kehrt zurück

Nachdem das Thema nach dem dritten Teil als abgeschlossen galt, können sich Animationsfans jetzt schon auf "Toy Story 4" freuen. John Lasseter wird auf den Regiestuhl zurückkehren. Auch ein Kinostart steht bereits fest.

07.11.2014 09:36 • von Jochen Müller
- (Bild: Walt Disney)

Nachdem das Thema nach dem dritten Teil von 2010 als abgeschlossen galt, können sich Animationsfans jetzt schon auf "Toy Story 4" freuen. Das gab Disney-CEO Bob Iger bei der Bekanntgabe der Konzernzahlen für das Fiskaljahr 2014 bekannt. John Lasseter, Chef von Pixar und Walt Disney Animation Studios, wird auf den Regiestuhl zurückkehren und erstmals seit "Toy Story 2" wieder einen Film des Vorzeigefranchise von Pixar inszenieren - seine jüngste vergangene Regiearbeit war "Cars 2" aus dem Jahr 2011. Als Kinostart wird der 16. Juni 2017 angestrebt.

Damit dürfte "Toy Story 4" unmittelbar auf die "Findet Nemo"-Fortsetzung "Findet Dory" folgen, der ursprünglich 2015 in die Kinos kommen sollte, aber aufgrund eines Überflusses an Tentpole-Filmen von Disney in diesem Jahr ("Marvel's The Avengers 2", "Star Wars: The Force Awakens") auf Sommer 2016 geschoben wurde. Nachdem Pixar 2014 erstmals seit 2005 keinen Film in die Kinos gebracht hatte, stehen 2015 dennoch zwei neue Releases an (während Disney Animation eine Pause macht): "Alles steht Kopf" und "Der gute Dinosaurier" sind längst terminiert.

Dass es zu einem vierten "Toy Story"-Film kommt, ist eine kleine Überraschung. "Toy Story 3" war seinerzeit einer der Gründe, warum Pixar 2006 einer Übernahme von Disney für 7,4 Mrd. Dollar überhaupt zugestimmt hatte. Damals stand das Animationsstudio von John Lasseter, Ed Catmull und Steve Jobs nämlich kurz vor einem Abschied von Disney. Das Studio erhöhte den Druck auf Pixar, indem man einen eigenen "Toy Story 3" in Auftrag gab. Lasseter, der mit dem ersten "Toy Story" 1995 den ersten computeranimierten Animationsfilm fertiggestellt hatte, konnte es aber nicht ertragen, dass sein Baby ohne seine Kontrolle fortgesetzt werden sollte. Also setzte man sich damals noch einmal an den Verhandlungstisch. Disney kaufte Pixar, Steve Jobs stieg in den Vorstand von Disney auf, und Lasseter und Catmull behielten nicht nur die Kontrolle über Pixar, sondern wurden auch noch mit der Leitung der Animationsabteilung von Disney betraut. Bereits bestehende Ideen und Animationen für "Toy Story 3" wurden ungesehen in die Tonne getreten, und Lee Unkrich übernahm die Regie für den Film, der 2010 zum bislang erfolgreichsten Film Pixars werden sollte. Damals hatte man aber auch gesagt, dass das Thema "Toy Story" damit abgeschlossen sei. Offenbar hat man seine Meinung geändert.