Film

FFF feiert 5 Jahre Gamesförderung in Bayern

Mit mehr als 60 Vertretern aus Gamesbranche und Politik feierte der FFF Bayern am 9. Oktober den 5. Geburtstag der bayerischen Computerspielförderung. Das Geburtstagsgeschenk des Medien-Staatssekretärs Franz-Josef Pschierer: Eine Erhöhung des Games-Fördertopfs für dieses Jahr um 200.000 Euro. Zusätzlich zur offiziellen Lesart serviert GamesMarkt noch einen Audio-Kommentar.

14.10.2014 15:55 • von Harald Hesse

Zum 5. Geburtstag hatten Medien-Staatssekretär Franz-Josef Pschierer und der FFF Bayern - Geschäftsführer Prof gestern Vertreter der Gamesbranche und Politik eingeladen. Das Get together fand im Restaurant La Fabricca im ehemaligen Heizkraftwerk in der Katharina-von-Bora-Straße in München statt. In seiner begrüßung wies Prof. Dr. Klaus Schaefer darauf hin, dass die Verankerung der Computerspielförderung beim FilmFernsehFonds Bayern auf institutionelle Weise zusammenbringt, was zusammengehört: Film und Games. Projekte, die bereits aus der Zusammenarbeit dieser beiden Bereiche entstanden seien, seien die Spiele "Bernd das Brot und die Unmöglichen", "Noah, Wecke Charly!", "Geheimakte 3" und "Tabor Süden". Insofern sei es richtig und wichtig, dass die Gamebranche beim FFF Bayern eine Antragsheimat gefunden hat.

Die Bilanz aus 5 Jahren Gamesförderung kann sich sehen lassen: So hat der Games-Vergabeausschuss des FFF Bayern in den vergangenen fünf Jahren in zehn Sitzungen über 115 Anträge beraten. Insgesamt hat die bayerische Computerspielförderung 54 Projekte mit insgesamt 2,7 Millionen Euro unterstützt. Acht Games feierten bisher ihren Release, drei weitere werden bis Ende 2014 veröffentlicht.

Zum 5-Jährigen hatte Wirtschaftsstaatssekretär Franz-Josef Pschierer ein besonderes Geschenk für die Branche im Gepräck: 200.000 Euro für die Gamesförderung, die in diesem Jahr zusätzlich vom Wirtschaftsministerium zur Verfügung gestellt würden. Er nannte die Gamesbranche eine "Quelle der Kreativität" und betonte, dass es mit Sicherheit viele Anwendungsfelder für die Branche in Bayern gebe.

BLM-Präsident Siegfried Schneider, der als ehemaliger Medienminister die Anfänge der Gamesförderung erlebt hat, sagte, Bayern sei mittlerweile in der nationalen Gamesszene als wichtiges Mitglied anerkannt. Er appellierte an die Politik, die Gamesförderung weiterhin und nachhaltig zu stärken.

Und Hendrik Lesser, Geschäftsführer von remote control productions und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GAME-Bundesverbands, ergänzte: "Ohne die Starthilfe der Förderung würde es manche Studios gar nicht geben. Der Standort ist attraktiver als früher." Mit dem Ausruf "Yes, we game!" brachte Hendrik Lesser den erreichten Status auf den Punkt: In Bayern gebe es eine lebendige Gamesszene, und dies sei nicht zuletzt der Förderung zu verdanken. Außerdem erinnerte Lesser an diejenigen Personen, die wesentlich an der Weichenstellung für die Gamesförderung beteiligt waren: die beiden Staatsminister a. D. Erwin Huber und Eberhard Sinner, Dorothee Bär (damals stellv. Generalsekretärin der CSU), Barbara Schardt (Managerin Cluster audiovisuelle Medien 2007-2011) und die damals verantwortlichen Beamten in der Staatskanzlei Anette Lenz und Dorothee Erpenstein. Dadurch demonstrierte Lesser, wie lange und nachhaltig Vertreter der Politik, Mitarbeiter der Staatskanzlei, das Cluster audiovisuelle Medien und die Kreativbranche für diese Weichenstellung zusammengewirkt haben.

FFF-Geschäftsführer Prof. Dr. Klaus Schaefer betonte: "Die Umsätze, die für Deutschland und damit auch Bayern in den beeindruckenden Games-Statistiken zu finden sind, sind in ihrer weit überwiegenden Zahl Vertriebserlöse, die mit amerikanischen, kanadischen oder anderen ausländischen Entwicklungen gemacht werden. Insofern ist die bayerische Computerspielförderung notwendig, um eine eigene Entwicklerszene aufzubauen und zu stärken. Wir bedanken uns beim bayerischen Wirtschaftsministerium für die Erhöhung des Fördertopfs!"

Last but not least merkte FFF-Gamesreferentin Dr an: "So, wie sich die Gamesbranche in Bayern entwickelt, so entwickelt sich auch die Förderung: Nachdem wir die ersten Jahre sehr stark die Entwicklung von Konzepten unterstützt haben, bekommen wir jetzt mehr und mehr Anträge für Produktionsförderung. Auch hat sich die Zahl und die Qualität der Anträge erhöht. Von daher sind wir sehr froh über die Erhöhung der Fördermittel für die nächste Vergabe-Sitzung am 11. November 2014!"

Ein Ereignis, zwei Lesarten:

Soweit die offizielle Lesart. Man kann sich dem Thema aber auch durchaus anders nähern. Diesen Versuch hat Harald Hesse, Chefredakteur GamesMarkt, in einem Kommentar unternommen, der in der kommenden GamesMarkt-Ausgabe als "Nachschlag" serviert wird und hier schon als Podcast erscheint.

Weiteres Zusatzmaterial:

+++ Alle Förderentscheidungen von November 2009 bis Aprill 2014 finden Sie hier.

+++ Die Ausgabe 04/2014 der "FilmNewsBayern" widmete sich in einem Special der Gamesförderung. Hier die Ausgabe zum Download.