Kino

EFA macht sich für Schutz der europäischen Kultur in EU/US-Freihandelsabkommen stark

In einer Petition fordert der Französische Verbund der Filmregisseure und Produzenten den Erhalt der kulturellen Ausnahmestellung in dem neuen Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Eine Petition, die der Vorstand der European Filmacademy und deren Präsident Wim Wenders unterstützen.

01.01.1970 01:00 • von Jochen Müller
EFA-Präsident Wim Wenders (Bild: Kurt Krieger)

Der Vorstand der European Film Academy (EFA) und ihr Präsident Wim Wenders unterstützen eine Online-Petition des Französischen Verbunds der Filmregisseure und Produzenten (ARP). Darin fordert der Verband im Vorfeld der im Juni beginnenden Verhandlungen über das neue Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA, dem Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP), darin die kulturelle Ausnahmestellung unbedingt beizubehalten. Sie sei nicht verhandelbar, heißt es in der Überschrift der in fünf Sprachen verfassten Petition.

Würde diese kulturelle Ausnahmestellung in dem neuen Abkommen nicht respektiert, so gefährde dies nach Ansicht der EFA "das unabhängige Kino und die Freiheit des Ausdrucks seiner Autoren". Es drohe das Szenario, dass europäische Filme langfristig in Europa und weltweit aus den Kinos verschwinden; die Folge sei ein "irreparabler Schaden an der europäischen Kultur".

Wenders und der EFA-Vorstand rufen zum Abschluss ihres Appells den verantwortlichen Politikern in Europa und auf Bundesebene in Erinnerung, "dass die audiovisuelle Industrie einer der vielversprechendsten arbeitsplatzfördernden Sektoren in Europa ist, dessen Relevanz für die Zukunft Europas nicht unterschätzt werden darf".

Zur Online-Petition, die bis dato u.a. Michael Haneke, Thomas Vinterberg, Catherine Breillat, Michel Hazanavicius, Olivier Nakache, Eric Tolédano, Fred Breinersdorfer, Jochen Greve, Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta, Bela Tarr, Paolo Sorrentino, Jane Campion, Cristian Mungiu, Pedro Almodovar, Ursula Meier, Stephen Frears, Mike Leigh und Ken Loach unterzeichnet haben.