Film

Games meets Cartoon Movie: "Riesiges neues Betätigungsfeld"

01.01.1970 01:00 • von Stefan Steininger

Warum ist Teilnahme an einem Cartoon-Movie-Event aus Ihrer Sicht für Spieleproduzenten interessant? Cartoon Movie ist das Stelldichein der europäischen Animationsbranche, wenn es um künftige Spielfilmprojekte geht. Hier kommen die entscheidenden Player zusammen, also Produzenten, Verleiher, Finanziers, Experten aus den Bereichen Home-Entertainment, Merchandising und zunehmend auch Games. Auch den Filmproduzenten ist mittlerweile bewusst, dass die crossmediale Konzeptionierung ihres Projekts wichtige Verwertungs- und Marketingmöglichkeiten bei der Etablierung und Stärkung ihrer Brands eröffnet. Die tragende Rolle, die hierbei den interaktiven Spielen zukommt, wird von niemandem mehr bezweifelt. Die Produzenten und Studios von Animationsspielfilmen haben deshalb ganz großen Informations- und Handlungsbedarf und sind darauf erpicht, ihre Kollegen aus dem Bereich Games kennenzulernen. Für die Vertreter der Gamesindustrie wiederum tut sich ein riesiges neues Betätigungsfeld auf, sie können sich aus der Fülle der Projekte diejenigen aussuchen, für die sie ihr Know-how zur Verfügung stellen wollen - und das europaweit.

Welche Leistungen sind in dem "Paket" enthalten, was müssen interessierte Studios selbst leisten? Die bayerischen Gamesvertreter müssen im Gegensatz zu den Kollegen aus der Filmbranche keine Akkreditierung bezahlen. Die schlägt mit circa 750 Euro zu Buche, beinhaltet dafür aber ein allumfassendes Betreuungspaket wie Eintritt zu allen Veranstaltungen und Zugang zu allen technischen und kommunikativen Serviceangeboten. Im Prinzip fallen für die Gamesentwickler nur die Kosten für Anreise und Hotel an. Sind sie erst einmal in Lyon angekommen, müssen sie sich nur noch auf das kommunikative Netzwerken einlassen. Hierbei steh ich den Gamesfirmen zur Verfügung, auch im Auftrag von Cartoon.

FilmFernsehFonds Bayern Dr

Nach welchen Kriterien wählt der FFF die Teilnehmer aus? Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

Erstmals haben die teilnehmenden Spielefirmen auch die Möglichkeit, ein Projekt in Planung zu präsentieren. Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, und welche Vorteile und Möglichkeiten entstehen nach Ihrer Erfahrung durch eine solche Präsentation? Einzige Kondition für die Gamesfirmen, um ihr neues Projekt vor diesem ausgewähltem Fachpublikum vorzustellen, ist die Verbindung mit einem Spielfilmprojekt. Hier bleibt sich Media treu, das die Entwicklung von Gamesprojekten fördert, aber nur in Verbindung mit einem Spielfilmvorhaben. Ich fände es super, wenn sich die Gamesindustrie verstärkt auf den Plattformen Cartoon Movie (für Spielfilmprojekte) und Cartoon Forum (für TV-Projekte) präsentieren und einbringen könnte. Das Konzept von Cartoon hat sich seit nun mehr als 20 Jahren bewährt, und wenn es heute einen lebendigen europäischen Animationsmarkt gibt, dann ist dies nicht zuletzt durch die kontinuierlichen Austausch- und Netzwerkmöglichkeiten entstanden, die Cartoon bietet. Marc Vandeweyer, Generaldirektor von Cartoon, hat den Gamesfirmen die Hand gereicht. Es liegt an ihnen, diese Gelegenheit zu ergreifen und für sich zu nutzen.

Die jetzige Einladung ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen FFF Bayern und Gamesbranche abseits der Spieleförderung. Welche Aktionen gab es, wie war die Resonanz, und sind Sie mit der Zusammenarbeit mit den "Gamern" zufrieden? Seit dem Jahr, seit dem es die bayerische Spieleförderung gibt, haben wir es bereits zweimal geschafft, zusammen mit bayerischen Gamesvertretern zum Cartoon Movie nach Lyon und zum Cartoon Forum nach Ungarn zu fahren. Erst im September waren wir auf dem Cartoon Forum in Sopron, und ich hatte den Eindruck, dass die bayerischen Gamesvertreter davon enorm profitiert haben und zu den begehrtesten Ansprechpartnern dieses Forums avancierten. Außerdem hatten wir im Sommer eine Delegationsreise nach Montréal zusammen mit der Bayerischen Staatskanzlei organisiert, auf der sich der Bayerische Medienminister gemeinsam mit den bayerischen Gamesfirmen diesem drittwichtigsten Markt der Branche präsentierte. Daneben gab es natürlich auch die zahlreichen Veranstaltungen des Clusters. All diese Aktivitäten hatten zum Ziel, die Vertreter der Gamesbranche näher an den FFF Bayern heranzuführen, ihnen gegebenenfalls vorhandene Schwellenängste vor der Institution "Förderung" zu nehmen und sie zu einem lebendigen Dialog mit dem FFF und der Filmbranche einzuladen. Meine hiermit gemachte Erfahrung lautet: Angesichts der weltweit bestehenden Synergien zwischen Fernseh-, Kino- und Gamesproduktionen lohnt es sich, auch in Bayern solche Synergieeffekte anzukurbeln. Mein Eindruck ist, die bayerische Gamesbranche ist hierzu bereit. Ich arbeite sehr gern mit den "Gamern" zusammen. Das in dieser Branche gebündelte Ausmaß an Kreativität in Verbindung mit großem technischen Know-how, ist einfach beeindruckend!

FilmFernsehFonds Bayern Dr