Film

Kölner Cut Company seit zehn Jahren aktiv

29.09.2005 13:52 • von Jochen Müller

In den ehemaligen WDR-Tonstudios residieren Guido Krajewski und sein Team auf insgesamt 600 Quadratmetern Studiofläche. Die Schleyer"-Dokumentation von Lutz Hachmeister ist dort ebenso bearbeitet worden wie dessen "Goebbels-Experiment". Im Spielfilmbereich zeichnete die Cut Company unter anderem für den Schnitt von "Whale Rider", "Meschugge", "Stratosphere Girl" und aktuell "Valley of Flowers" (Pandora) verantwortlich.

In den vergangenen Jahren war auch die TV-Comedy ein wesentliches Standbein der Kölner Cutter. Vor allem RTL vergab zahlreiche Aufträge wie "Alles Atze" oder "Ritas Welt" an Krajewski. Der 43-jährige Firmenchef hat seine Laufbahn in der Musikproduktion begonnen, wechselte dann aber bald in den TV-Bereich. Als Cutter bearbeitete er unter anderem Beiträge für die "Aktuelle Stunde" des WDR und das "Sportstudio" des ZDF. Ende 1994 folgte der Entschluss, sich mit der Cut Company selbstständig zu machen. "Die Entwicklung des Avids war hier sicher die Initialzündung." Von Beginn an wurde bei der eigenen Firma Wert auf das Ambiente gelegt. "Die zweite Anschaffung nach dem Avid war eine italienische Kaffeemaschine", schmunzelt Krajewski.

Wirtschaftlich hat sich Cut Company ansprechend entwickelt: Aus dem einen Avid sind mittlerweile acht digitale Schnittplätze geworden. Allerdings weiß auch Krajewski, dass die unternehmerischen Bäume nicht in den Himmel wachsen. "Wir werden die Kapazitäten leicht reduzieren", kündigt er an. Die Gründe für die vorsichtigere Kalkulation sind vielfältig. "Die Branche hat sich verändert", bilanziert der Cut-Company-Gründer. "Viele Dokumentarfilmer zum Beispiel schneiden aus Kostengründen ihre Filme mittlerweile selbst." Auch die Aufträge für große TV-Movies oder Krimireihen seien für Firmen außerhalb der großen Produktionshäuser immer schwerer zu bekommen. In der Vergangenheit hatte die Cut Company mehrere "Schimanski"-Krimis und den "Venusmörder" für RTL bearbeitet. Nicht zuletzt hat auch das Comedy-Genre im Fernsehen seinen Zenit überschritten. Dennoch sieht Krajewski keinen Grund zum Hadern: "Der Job macht Spaß." Eine Ausweitung des Portfolios sieht er nicht als zwingend an. Allerdings beobachtet Krajewski den DVD-Markt sehr aufmerksam. "Vor allem im Service-Bereich gibt es dort Angebote, die sich auch sehr gut verkaufen." Ein Engagement der Cut Company in einem wachsenden Independent-Produktionsmarkt für DVDs sei nicht unvorstellbar. jl