Film

Venediger Markt mit steigender Tendenz

13.09.2004 11:07 • von Stefanie Zimmermann
"Was uns besonders freut", so die Leiterin Laura Marcellino, "ist zuzusehen wie die kleineren und mittelgroßen Firmen, die von Anfang an bei uns dabei waren im Laufe der Jahre wachsen und doch unabhängig bleiben. Dieses Jahr kamen die Teilnehmer aus 42 Ländern. Zu unseren Stammgästen zählen die europäischen Länder, vor allem Österreich, Deutschland, die Benelux-Länder und Skandinavien. Einen Anstieg war bei den U.S.A., Japan und Osteuropa zu bemerken. Zum ersten Mal mit dabei waren Indien, Iran, Brasilien, Mexiko und Südafrika."

Eine Neuerung war die Einführung einer exklusiveren Market Club-Akkreditierung, die neben einem prioritären Zugang zu den meisten Filmvorführungen auch den Zugang zu einer Lounge erlaubte, die abgeschirmte Räumlichkeiten für Verhandlungsgespräche bot. Statt den üblichen 150, waren dafür 300 Euros zu bezahlen. 350 Branchenmitglieder machten davon Gebrauch. Von den insgesamt 1.800 Akkreditierten listet der erstmals bebilderte Teilnehmerkatalog exakt 334 Einkäufer auf, denen die Sichtung von 50 Filmen (davon 22 italienische) auf Celluloid und 400 auf Video oder DVD angeboten wurden.

"Venedig bietet mittlerweile die Möglichkeit mit einem geschickten Marketing Aufmerksamkeit für einen Film zu erlangen, der nicht im offiziellen Festivalprogramm zu finden ist. Dieses Jahr sind wir ausgesprochen zufrieden. Viele Teilnehmer berichteten uns von positiven Verkaufsergebnissen. Eine wirkliche Entdeckung hatten wir mit dem Film "Monsieur" des jungen Regisseurs Raffaele Piscitelli, der an die Amerikaner verkauft worden ist, die beabsichtigen daraus möglicherweise ein Musical am Broadway zu machen."

Von einem Boykott der Amerikaner und Engländer, wie er von der MIFED verkündet worden ist, sei nichts zu spüren. "Außer denen, die seit Jahren mit einigen Filmen vertreten sind wie z.B. Miramax oder die anderen großen Verleiher, die ihre Blockbuster hier nach Venedig gebracht haben, waren dieses Jahr Warner Brothers, United Artists oder Paramount Classics vertreten. Aus England kam das UK Film Council, um auch eventuelle Koproduktionsmöglichkeiten mit Italien zu eruieren."